Für Projekt "medien@schule"

Robinson im Weltall: Kritik zur Netflix-Serie "Lost in Space"

+
Schauten die Serie "Lost in Space": Schüler des Friedrichsgymnasiums.

Kassel. Achtklässler am Friedrichsgymnasium Kassel haben die Netflix-Serie "Lost in Space" angeschaut und verraten, ob die Robinsonade im Weltraum wirklich so gut ist wie erwartet.

„Lost in Space – Verschollen zwischen fremden Welten“ hat einen langen Stammbaum, der bis zum Buch Robinson Crusoe zurückführt (daher auch der Familienname der Hauptdarsteller). Auf Basis dessen wurde das Buch „Der schweizerische Robinson“ geschrieben, welches wiederum Idee für einen Comic brachte, auf den die Serie „Verschollen zwischen fremden Welten“ folgte. Sie lieferte dann die Vorlage für die Netflix-Serie.

Diese handelt von der Familie Robinson mit Eltern Maureen (gespielt von Molly Parker) und John (Toby Stephens) und den Kindern Penny (Nina Sudwall), Judy (Taylor Russel) und Will (Maxwell Jenkins). Aufgrund der langsam untergehenden Erde tritt die Familie eine Reise zu einer neuen Kolonie auf Alpha Centauri an. Zusammen mit vielen anderen Schiffen stürzen sie allerdings mit ihrem Raumschiff auf einem fremden Planeten ab. Dort müssen sie sich von da an durchschlagen. Dabei treffen sie unter anderem auf einen Roboter, der auf die Anweisungen des jüngsten Mitglieds der Familie, Will, hört, nachdem dieser ihm zuvor das Leben gerettet hat.

Die Handlung: Die Handlung der Serie ist recht vorhersehbar. Vor allem für leidenschaftliche Serienschauer ist sie nichts wirklich Neues. Auch der Verlauf der Handlung ist sehr schleppend und so greifen die Macher oft darauf zurück, dass das Familiennesthäkchen Will in seiner überzeichneten Kindlichkeit etwas Unüberlegtes oder Tollpatschiges tut, sodass die Anderen darauf reagieren müssen. Auch wird immer wieder auf bekannte Schemata zurückgegriffen und „Plot-Twists“, also eigentlich überraschende Wendungen in der Geschichte, kommen nicht wirklich unerwartet.

Die Figuren: Jedes Mitglied der Familie hat seine eigenen Stärken und Schwächen, wodurch eine starke Abhängigkeit zwischen ihnen besteht. Die Charaktere passen dabei in das typische Familienbild, wodurch die Serie leichter nachzuempfinden ist. Die Eltern üben sehr viel Druck auf die Kinder aus, was auch im realen Leben oft vorkommt. Der Streit zwischen den Eltern lässt das Ganze noch ein wenig menschlicher aussehen. Trotzdem ist es teilweise unrealistisch, wie die Eltern ihren Kindern für deren Alter unangemessen viel Verantwortung übertragen.

Wie in jeder Serie gibt es auch einen typischen Antagonisten. Die Gegenspielerin (Parker Posey), die die Identität eines „Dr. Smith“ annimmt, versucht im Laufe der Handlung den Roboter für sich zu gewinnen, was die Robinsons in Schwierigkeiten bringt. An manchen Stellen sind die Charaktere leider langweilig oder ihr Handeln absehbar.

Die Spezialeffekte: In Sachen Animation ist „Lost in Space“ ansprechend. Beim Sound wurde das Rad zwar nicht neu erfunden, man wurde aber auch nicht enttäuscht. Andere Serien mit einem ähnlichen Szenenbild, die sich hauptsächlich im Weltraum oder auf fremden Planeten abspielen, liegen in puncto CGI im Vergleich eher zurück oder sind maximal gleichwertig. Mit Hilfe von Kamerafahrten und Panoramaaufnahmen wird die Umgebung sehr gut in Szene gesetzt.

Unser Fazit: Insgesamt hat uns die Serie aufgrund der vorhersehbaren Handlung und den stereotypischen Charakteren eher weniger gefallen. Der einzige Grund, sich die Serie anzusehen, wären die ideenreich ausgearbeiteten Schauplätze, die oft sehr gut gestaltet sind und zusammen mit den Spezialeffekten dafür, dass es sich um eine Serie handelt, überzeugt haben. Trotzdem empfehlen wir die Serie grundsätzlich nicht weiter. Wir hoffen, dass die zweite Staffel, die durch den Cliffhanger in der ersten nicht vermeidbar scheint, besser wird.

Von Paul Walinger, David Tibken, Dennis Schulze, Kerstin Rohwer, Emilia Rath und Paula Schulze (Schüler des Friedrichsgymnasiums) für das Projekt "medien@schule"

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.