MEG-Gründer

Mehmet Göker: Anklage wegen illegalem Datenhandel

Mehmet Göker: Dem früheren MEG-Chef und seinem Generalbevollmächtigten Ho drohen langjährige Haftstrafen. Die Staatsanwaltschaft hat gegen beide Anklage wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Verrats von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen und des Verstoßes gegen das Bundesdatenschutzgesetz erhoben.

Kassel. Dem früheren MEG-Chef Göker und seinem Generalbevollmächtigten Ho drohen langjährige Haftstrafen. Die Staatsanwaltschaft hat gegen beide Anklage wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Verrats von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen und des Verstoßes gegen das Bundesdatenschutzgesetz erhoben.

Darauf steht Gefängnis bis zu fünf Jahren. Vincent Ho ist außerdem des gewerbsmäßigen Betruges verdächtig. Hier droht eine Haftstrafe bis zu zehn Jahren.

Gegen Mehmet Göker besteht ein internationaler Haftbefehl. Der Gründer des mittlerweile insolventen Versicherungsvermittlers MEG hält sich in der Türkei auf. Vincent Ho sitzt seit etwa sechs Monaten in Kassel-Wehlheiden in Untersuchungshaft.

Hintergründe, Videos und Links zu Mehmet Göker im Regiowiki.

Die Staastsanwaltschaft legt Göker und Ho zur Last, bereits vor der Pleite der MEG und dem Ausscheiden Gökers als Vorstandsvorsitzender gemeinsam den Entschluss gefasst zu haben, sich bei der MEG gespeicherte Datensätze zu beschaffen. Diese sollten später verkauft oder dazu benutzt werden, private Krankenversicherungen zu vertreiben. Die MEG hatte zuletzt 50 Millionen Euro Schulden.

Insgesamt sollen die beiden Männer 495.000 Datensätze gestohlen haben. Dabei handelt es sich um Adressen von potenziellen Kunden privater Krankenversicherungen. Die Datensätze stellen einen erheblichen Wert dar. Sie hätten eigentlich in die Insolvenzmasse der MEG gehört, um damit Gläubiger zu befriedigen.

Fotos: Göker, einst schillernder Unternehmer

Mehmet E. Göker - einst schillernder Unternehmer

Stattdessen machten Göker und Ho nach Ansicht der Staatsanwaltschaft - auch unter Einschaltung eines Strohmannes - aus der Türkei heraus Geschäfte mit diesen Daten. Dabei sollen sie einen Umsatz von 1,9 Millionen Euro erzielt haben. Weitere 1,1 Millionen sollen sie beim Verkauf von Daten verdient haben. Dieillegalen Geschäfte sollen beide Männer vom September 2009 bis Juni 2011 betrieben haben. (tho)

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Archiv-Video: Der Trailer zu "Versicherungsvertreter

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