Ex-MEG-Chef: Es sind keine Unterschriften gefälscht worden, um Versicherungen zu verkaufen

Göker empört: „Wo, bitteschön, sind denn die betrogenen Kunden?“

Kassel. Wochenlang war es ruhig um ihn, nun meldet sich heute Ex-MEG-Chef Mehmet Göker (31) zu Wort. Der frühere Chef des pleite gegangenen Versicherungsvermittlers MEG ist empört und entrüstet über die Vorwürfe eines ehemaligen MEG-Beschäftigten.

Versicherungsfachmann Werner Müller (Name geändert) hatte gegenüber der HNA Dinge über das Geschäftsgebaren bei der MEG erzählt, die bislang noch nicht publik geworden waren. Unter anderem seien zum Beispiel Unterschriften gefälscht worden.

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Das sei einfach unwahr, sagte nun Göker. Es seien keine Unterschriften gefälscht worden, um Versicherungen zu verkaufen. Göker: „96 Prozent unserer Verträge waren in Ordnung.“ Wenn bei den vier Prozent problematischen Abschlüssen die Mitarbeiter betrogen hätten, seien sie von ihm sofort entlassen und angezeigt worden, sagt Göker.

20.000 Versicherungsverträge habe die MEG vermittelt. „Wo, bitteschön, sind denn die betrogenen Kunden?“, fragt Göker. Er könne auch nicht verstehen, warum ehemalige MEG-Mitarbeiter sich nun vor dem Arbeitsgericht dagegen wehren, Lohnsteuer nachzuzahlen. Mehmet Göker: „Es wird doch von ihnen nur das verlangt, was sie damals ohnehin hätten zahlen müssen.“

Mehmet E. Göker - einst schillernder Unternehmer

Nach der Razzia im Jahr 2007 habe die MEG nachträglich Lohnsteuer bezahlt. Eine konkrete Summe wollte Göker nicht nennen. Sie sei aber siebenstellig, liege also im Millionenbereich.

Zu Gerüchten, er lebe nun in der Türkei und vertreibe von dort weiter Versicherungen, sagte Göker: „Das stimmt nicht. Ich lebe in München.“ Auch vertreibe er nicht mehr Versicherungen. Das habe er zehn Jahre lang gemacht, und in den zehn Jahren sei er um 20 Jahre gealtert. Er sei jetzt als Berater für verschiedene Unternehmen tätig, die Versicherungen vertreiben, sagt Göker. In Kassel sei er nur noch ganz selten. (tho)

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