MEG-Boss soll Teile seines Vermögens beiseite geschafft haben

Weitere Anklage gegen Mehmet Göker

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Mehmet Göker

Kassel. Gegen den früheren Chef des Versicherungsvermittlers MEG, Mehmet Göker, existiert eine weitere Anklage. Die Kasseler Staatsanwaltschaft wirft dem 35-Jährigen vor, Teile seines Vermögens veräußert oder beiseite geschafft zu haben.

Damit wollte Göker offenbar verhindern, sein Vermögen bei einer Zwangsvollstreckung herausrücken zu müssen. Seine Gläubiger sollten indes leer ausgehen.

Wie erst jetzt bekannt wurde, liegt die Anklage seit einem Jahr beim Kasseler Landgericht. Wann das Verfahren eröffnet wird, steht nicht fest. Konkret geht es um zwölf Ferienhäuser, die Göker in der Türkei gebaut hat.

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Nach der Pleite seiner Firma hatte er im September 2009 anerkannt, der MEG einen Betrag von 3,4 Millionen Euro zu schulden. Der Kasseler Insolvenzverwalter Dr. Fritz Westhelle versuchte, an Gökers Vermögen im Interesse der Gläubiger zu kommen. Dazu sollten auch Gökers Ferienhäuser in der Türkei dienen, die einen Wert von 1,1 Millionen Euro darstellen. Doch die wollte Göker offensichtlich nicht herausrücken. Dem Vernehmen nach griff er zu einem illegalen Trick: Er konstruierte zum Schein Forderungen, dass er einem anderen Türken knapp eine Million Euro schulde. Dafür habe dieser eine Grundschuld auf die Ferienhäuser eingetragen bekommen, die er wiederum an einen weiteren Türken abgetreten habe. Auf dessen Namen wurde eine Grundschuld von 1.106.588 Euro eingetragen. Ein von einem türkischen Anwalt aufgesetzter zusätzliche Vertrag besagt aber, dass Göker in Wirklickeit den Männern nichts schulde.

Mehmet Göker wurde bereits mehrfach veruteilt. Weil ein internationaler Haftbefehl gegen ihn existiert, lebt er heute in der Türkei.

Von Frank Thonicke

Lesen Sie am Mittwoch in der gedruckten Ausgabe außerdem:

- Bereits mehrfach verurteilt: Warum Mehmet Gökers Straftaten in der Türkei hierzulande verfolgt werden

Archivvideos: Mehmet Göker vor Gericht in Kassel

Mehmet Göker vor dem Kasseler Amtsgericht

 © Herzog
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Mehmet E. Göker - einst schillernder Unternehmer

2003 gründet Mehmet Erkan Göker den Versicherungsmakler MEG als Ein-Mann-Betrieb. 2006 wird sie zur Aktiengesellschaft.  © Archiv
Der Sitz des Unternehmens ist in der Falderbaumstraße. © Archiv
Die Mannschaft um Göker ist guter Dinge und die ersten Jahre sollen ihr Recht geben. © Archiv
Sechs Jahre später - im Frühjahr 2009 - feiert er mit dem britischen Casting-Star Paul Potts. © Archiv
Im September 2009 die Wende des pompösen Versicherungsvermittlers MEG AG: Er wird übernommen vom Finanzdienstleister Aragon AG.  © Archiv
Im Oktober dann ein weiterer Schritt Richtung Ende: Die MEG AG meldet Insolvenz an. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Untreue und Insolvenzverschleppung. © Archiv
Es ist vorbei, in der Firmenzentrale gehen im November 2009  die Lichter aus. Zu diesem Zeitpunkt ist Göker kaum noch in Kassel anzutreffen. © Archiv
Das Inventar wird versteigert: der private Frisiersalon zum Beispiel. © Archiv
Ob Göker schon an das nahende Aus dachte, als er Paul Potts traf?  © Archiv
Der Auftritt fand im Rahmen der Ehrung der besten MEG-Verkäufer statt. Dafür wurde die Kasseler Stadthalle angemietet. © Archiv
Den gemeinsamen Auftritt ließ sich Göker vor den jubelnden Mitarbeitern nicht nehmen. © Archiv
Göker trat auch als Sponsor von regionalen Sportvereinen auf. © Archiv
Die Göttinger BG wurde in MEG umgetauft. © Archiv
Göker präsentierte das neue Trikot. © Archiv
Auch beim VfB Süsterfeld floss das Geld mit Göker. Nun kämpft der Fussballclub ums Überleben. © Archiv
Auch beim KSV Hessen Kassel wollte er sich engagieren, zog dann aber zurück - es habe "beleidigende Vorwürfe" gegeben... © Archiv
Das sagte er bei der Mitgliederversammlung im Juni 2008... © Archiv
Für die Vereinsverantwortlichen kam dies überraschend. © Archiv
Eine weitere Leidenschaft: schnelle, luxuriöse Autos. © Archiv
Zudem: Gesehen werden wie hier bei einem Boxkampf. © Archiv
Doch für Furore sorgte vor allem sein schneller Aufstieg in der Versicherungsbranche. © Archiv
Über seine Pläne für Kassel und den Sport sprach er mit HNA-Redakteuren.  © Archiv
Vielen Vorwürfen trat Göker entgegen. © Archiv
Der Anfang vom Ende: Im September 2007 findet eine Razzia bei MEG statt. Ermittlungen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und der Beitragsvorenthaltung. Göker kommt gerade aus dem Kurzurlaub... © Archiv
noch in Shorts und Flipflops. Später akzeptiert der MEG-Chef eine Geldstrafe von 720.000 Euro. © Archiv
Den Rolls Royce verkauft er später. © Archiv
Auch die Zahl der Porsches und Ferraris hat sich in Kassel nach der MEG-Pleite minimiert.  © Archiv
Bilder aus alten Tagen: Entschlossen... © Archiv
...und visionär. So sah sich Göker gerne.  © Archiv
Und das feierte er regelmäßig im Marth. © Archiv
Das blieb von der MEG: Alkoholika, © Archiv
das Motto Gökers "Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum." © Archiv
...Firmenbroschüren,... © Archiv
... Sakkos,... © Archiv
...Manschettenknöpfe. © Archiv
Die Auktion ist längst beendet. Die 200 Gläubiger der MEG-Pleite warten noch auf ihr Geld. © Archiv
Mehmet Göker vor dem Kasseler Amtsgericht
Im März 2010 musste sich Mehmet Göker vor dem Kasseler Amtsgericht verantworten. © HNA/Herzog
Mehmet Göker vor dem Kasseler Amtsgericht
Angeklagt war er wegen Beleidigung und Bedrohung. © HNA/Herzog
Mehmet Göker vor dem Kasseler Amtsgericht
Er gab an, ehemalige Mitarbeiter beleidigt zu haben. Bedroht aber habe er niemanden. © HNA/Herzog
Mehmet Göker vor dem Kasseler Amtsgericht
Göker wurde zu einer Geldstrafe von 2500 Euro verurteilt. © HNA/Herzog

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