Sechs Überfälle

Mehr als 1,3 Millionen Euro erbeutet: Kasseler wegen Bankraubs angeklagt

Kassel. Seine Werkzeuge waren eine Pistole, wechselnde Maskierungen und Verkleidungen und ein flinkes Fahrrad: So ausgerüstet überfiel ein Bankräuber mehrere Sparkassen im Raum Kassel. 

Zwischen März 2012 und November 2016 überfiel der Mann sechs Filialen der Sparkasse in Kassel, Ihringshausen und Niestetal. Seine Beute: Mehr als 1,3 Millionen Euro.

Beim letzten Überfall wurde am 30. November vergangenen Jahres ein heute 45-jähriger Mann aus Kassel im Umfeld der Sparkassenfiliale am Brasselsberg festgenommen. Seit März 2012 war diese Bank insgesamt dreimal von einem einzelnen Täter ausgeraubt worden.

Wegen dieser sechs Überfälle muss sich ab Donnerstag, 12. Oktober, ein 45-Jähriger aus Kassel wegen des Verdachts auf schwere räuberische Erpressung vor der 5. Strafkammer des Landgerichts verantworten. Der Mann sitzt seit Ende November 2016 in der JVA Kassel in Untersuchungshaft.

Bei seinen Raubzügen war der mutmaßliche Räuber ausgesprochen kaltblütig vorgegangen. Am helllichten Tage war er mal mit Pudelmütze und Schal maskiert, mal als Bauarbeiter verkleidet, mal mit angeklebtem Vollbart und Perücke in die Schalterräume spaziert, hatte die Angestellten mit einer silberfarbenen Pistole bedroht und sich das Bargeld aushändigen lassen.

In Ihringshausen hatte er fünf Bankangestellte als Geiseln genommen. Sie mussten sich gegenseitig fesseln und auf den Boden legen. Dann ließ sich der Räuber das Geld aus Tresor und zwei Geldautomaten aushändigen, fesselte auch den damals 52-jährigen Filialleiter.

Vor den Sparkassen hatte er jeweils ein Mountainbike oder auch ein Damenfahrrad abgestellt, mit dem er ziemlich flott aus dem Umfeld der Bank verschwand.

Obwohl es mehrere Bilder der Überwachungskameras gab, konnte die Polizei den Täter vier Jahre lang nicht festnehmen. Dabei stimmte auch die Personenbeschreibung stets überein: Zwischen 1,70 und 1,80 m groß und zwischen 40 und 50 Jahre alt, schlank, ein osteuropäischer Akzent.

Die Festnahme glückte erst unmittelbar nach dem sechsten Überfall in der Nähe des Augustinums.

14 Verhandlungstage

Für die Hauptverhandlung vor dem Landgericht sind 14 Verhandlungstage angesetzt. Beginn ist am heutigen Donnerstag, 12. Oktober, um 9 Uhr in Saal D 130. Die nächsten Prozesstage sind dann der 2. und der 14. November. Der Prozess mit 28 Zeugen und zwei Sachverständigen könnte bis Mitte Januar 2018 dauern.

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