Die „Gayjets“ wollen dem Christopher Street Day mehr Aufmerksamkeit verleihen

Für mehr Farbe im Alltag

Seit vier Jahren als „Gayjets“ unterwegs: Knut Krumbholz, Victor Shyra, Alexis Ewen und Maik Grützner (von links) entwerfen jedes Jahr eine neue Uniform im Stil von Flugbegleitern. Foto:  privat/nh

Kassel. Sie sind bunt, sie sind uniformiert, sie sind schwul: Wohin die vier Kasseler „Gayjets“ auch reisen, sie stehen im Mittelpunkt. Ihre selbst entworfenen Uniformen im Stil von Flugbegleitern waren auf vielen Christopher Street Days (CSD) zwischen Hamburg und Barcelona ein beliebtes Fotomotiv. Nun wollen sie die Aufmerksamkeit auf den CSD am Samstag, 18. August, in Kassel lenken.

„Die Idee zu den Kostümen entstand aus einer Laune heraus“, sagt der 42-jährige Alexis Ewen, der gemeinsam mit seinem Partner Knut Krumbholz und dem befreundeten Pärchen Maik Grützner und Victor Shyra die Gayjets gegründet hat. „Wir wollten einfach nur gut aussehen und mehr Farbe in den Alltag bringen.“

2008 traten die vier, im Alltag Filialleiter im Einzelhandel, Luftverkehrskaufmann, Krankenpfleger und Optiker von Beruf, erstmals im Umfeld von Paraden in Erscheinung. Die Resonanz sei so positiv gewesen, dass aus der spontanen Idee ein Konzept mit jährlich wechselnder Uniform, eigenem Namen und geschütztem Logo wurde. Nach Auftritten am Rande von Umzügen in Paris, Köln und München sind sie für den diesjährigen CSD in Hamburg als offizieller Teil gemeldet. In Kassel sind Ewen und Krumbholz inzwischen Vorsitzender und stellvertretender Vorsitzender des CSD-Vereins. In dieser Funktion wollen sie frischen Wind in die Szene ihrer Heimatstadt bringen.

„Kassel ist in dieser Hinsicht etwas schwierig“, sagt Ewen. Aus Angst, sich zu outen, hielten sich viele Homosexuelle noch bedeckt, die Szene verteile sich zudem auf viele kleinere Zentren. „Wir möchten mit dem CSD einen Beitrag für Geschlossenheit und Offenheit leisten.“

Hilfe bieten sie auch auf ihrer Internetseite www.gayjet.eu. Dort bieten sie Reisetipps für Homosexuelle an und tragen Adressen von „gayfriendly“ Hotels – also schwulenfreundlichen Unterkünften – zusammen. Damit werben auch einige Hotels in Kassel. Artikel rechts, unten

Von Sebastian Lammel

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