Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist im ersten Halbjahr gestiegen

Mehr Firmen gehen pleite

Kassel. Zum ersten Mal seit Jahren könnte die Zahl der Firmenpleiten wieder deutlich steigen. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres hat das Amtsgericht Kassel mehr Insolvenzverfahren von Unternehmen eröffnet als noch 2011. Dafür ist die Zahl der Verbraucherinsolvenzen weiterhin rückläufig.

Die Zahlen stammen vom Kölner Fachmagazin für Insolvenzgeschehen, Indat-Report, das die Verfahren des Amtsgerichts Kassel auswertet. Zwischen Jahresbeginn und Ende Mai hat das Gericht die Insolvenzverfahren für 94 Firmen eröffnet, die zuvor ihre Zahlungsunfähigkeit erklärt hatten. Im selben Zeitraum 2011 waren es nur 82 – etwa 12,7 Prozent weniger. Darin nicht enthalten sind Anträge, bei denen es – etwa mangels Masse – gar nicht erst zum Verfahren kam.

Seit 2003 hat es immer weniger Firmeninsolvenzen gegeben. Damals wurden 827 neue angemeldet. Seitdem ist die Zahl – mit Ausnahme des Krisenjahrs 2009 – gesunken. Im vergangenen Jahr stagnierte die Zahl mit 397 neuen Insolvenzanträgen, sagte der Pressesprecher des Amtsgerichts, Matthias Grund.

Weniger private Insolvenzen

Besser sieht die Entwicklung der Verbraucherinsolvenzen aus: Bis Ende Mai haben 239 Männer und Frauen vor dem Amtsgericht erklärt, ihre Schulden nicht mehr bezahlen zu können. Das waren 67 weniger als noch 2011. Damit setzt sich die Entwicklung des vergangenen Jahres fort, als die Zahl der privaten Pleiten nach dem Höchststand von 820 im Jahr 2010 bereits auf 647 gesunken ist.

Informationen für Schuldner: Schuldenberatung Stadt Kassel, Tel. 05 61 / 7 87-62 58.

Von Marcus Janz

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