Vitos-Klinik hat eigene Station für Betroffene eingerichtet

Mehr Kinder haben Angst vor der Schule

Kassel. Viele Kinder haben Angst, in die Schule zu gehen. Sie leiden unter Bauch- oder Kopfschmerzen. Sie fehlen oft im Unterricht, mitunter über Wochen, Monate oder sogar Jahre.

„Jeder zehnte Schüler hat eine Angststörung, viele von ihnen vermeiden deshalb den Schulbesuch“, sagt die Direktorin der Vitos-Klinik Bad Wilhelmshöhe für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Dr. Mareike Schüler-Springorum. Drei bis fünf Prozent der Schüler bleiben nach Angaben des Staatlichen Schulamtes Kassel dem Unterricht fern, Jungen doppelt so häufig wie Mädchen.

Weil solche Schulängste und Störungen auch in Stadt und Landkreis ständig zunehmen, hat die Vitos-Klinik jetzt eine eigene Therapiestation für betroffene Kinder und Jugendliche eingerichtet.

Die Gründe für Schulängste sind sehr unterschiedlich. So gibt es Kinder, die Probleme haben, die Trennung von den Eltern zu bewältigen. Andere zeigen Auffälligkeiten im Sozialverhalten oder eine Aufmerksamkeitsstörung.

Immer mehr Jugendliche leiden zudem unter psychischen Störungen, weil sie von Mitschülern in sozialen Netzwerken des Internets angefeindet werden. „Jeder vierte Teenager wurde schon im Internet beleidigt oder gemobbt“, sagt Schüler-Springorum.  „Da kommt eine Lawine auf uns zu, deshalb ist es wichtig, Kinder, Eltern und Pädagogen über den Umgang mit Netzwerken und Gefahren im Internet aufzuklären.“

Schulangst gehe aber häufig auch mit anderen Störungen einher. Häufig seien dies bislang unerkannte Leistungsschwächen beim Lesen, Schreiben oder Rechnen. Notwendig sei deshalb eine frühzeitige kinderpsychiatrische Diagnostik, um eventuell eine solche Leistungsschwäche zu erkennen. „Wichtig ist die adäquate Beschulung“, betont die Ärztin. So komme es häufig vor, dass Kinder in Realschulen oder Gymnasien überfordert seien.

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Von Martina Heise-Thonicke

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