Gesundheitsamt: Schon jetzt mehr Neuerkrankungen als im gesamten Vorjahr

Mehr neue HIV-Fälle

Karin Müller

Kassel. Das Gesundheitsamt Region Kassel hat in der Jahresmitte so viele neue Fälle von HIV-Infektionen registriert wie nie zuvor. Bereits jetzt gibt es 20 Meldungen - und das Jahr ist gerade mal zur Hälfte um. Allein seit Mai sind zu den bis dahin erkannten zwölf Fällen noch einmal acht hinzugekommen. Das berichtete die Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel, Dr. Karin Müller, auf Nachfrage unserer Zeitung.

Bereits im Mai hatte das Amt eine Warnmeldung bezüglich einer erhöhten HIV-Infektionsgefahr – HIV ist der Erreger für die Immunschwächekrankheit Aids – für Kassel und die Region herausgegeben. Die Leiterin des Gesundheitsamtes begründete das mit einem alarmierenden Anstieg der Neuinfektionen. Im ersten Quartal waren dem Robert-Koch-Institut in Berlin sechs neue HIV-Fälle aus dem Postleitzahlenbereich 341 gemeldet worden. Hinzu kamen noch einmal sechs Fälle allein aus dem April. Mit den acht neuen Fällen stieg die Zahl aktuell auf 20. Im gesamten vergangenen Jahr gab es zwölf neue Fälle.

Seit 2008 bis heute steigt die Fallzahl in und um Kassel langsam, aber stetig an. So gab es 2008 drei Fälle, 2009 sieben, 2010 acht Fälle und 2011 zwölf Fälle. Wie die Auswertung der anonymisierten Meldebögen im Robert-Koch-Institut in Berlin ergeben hat, handele es sich mehrheitlich um Übertragungen durch homosexuelle Kontakte unter Männern. „Wir brauchen nicht in Panik zu geraten“, sagt Karin Müller, „aber wir haben allen Grund, die Bevölkerung an ihre Verantwortung im Umgang mit ihren Sexualpartnern zu erinnern. Das heißt vor allem, dass mit Ausnahme treuer Zweierbeziehungen beim Sex immer ein Kondom benutzt werden sollte.“

Karin Müller führt die steigenden Fallzahlen in der Region auch darauf zurück, dass die zunehmend besseren Behandlungsmöglichkeiten für HIV-Infizierte „zu einem gewissen Leichtsinn verleiten“.

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Von Jürgen Umbach

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