U3-Betreuung: Stadt Kassel erwartet starken Bedarfsanstieg ab kommendem Jahr

Mehr Plätze für die Kleinen

In Kassel wird die U3-Betreuung einen immer höheren Stellenwert einnehmen: Unser Symbolbild zeigt eine typische Szene in einer Schweriner Kindertagesstätte. Foto: dpa

Kassel. „Der Ausbau der U3-Kinderbetreuung wird in den nächsten Jahren eine immer größere Rolle spielen“, so lautet die zentrale Botschaft von Anne Janz, Kasseler Dezernentin für Jugend, Schule, Frauen und Gesellschaft. Im jüngsten Ausschuss für Schule, Jugend und Bildung hatte sie auf Antrag der CDU-Fraktion über den Stand in Sachen Betreuung für Kinder im Alter von null bis drei Jahren berichtet.

„Der U3-Bereich entwickelt sich in Kassel derzeit am schnellsten“, sagte Janz. Gegenwärtig gebe es 1332 Plätze, 305 in der Tagespflege und 1027 in Gruppen. „Allein in den vergangenen zwölf Monaten sind 192 neue U3-Plätze hinzugekommen“, sagte Janz. Damit stünde aktuell im Schnitt für 44,1 Prozent aller U3-Kinder in Kassel ein Betreuungsplatz zur Verfügung.

Ausbau nicht beendet

Dennoch sei der Ausbau noch nicht beendet. Franz-Josef Knoop, Sachgebietsleiter für Kita-Planung beim Jugendamt: „Spätestens wenn 2013 für alle U3-Kinder ein individueller Rechtsanspruch besteht, wird sich der Bedarf weiter stark erhöhen.“ Zudem zeichneten sich bei der U3-Betreuung starke Unterschiede in den Stadtteilen ab. „Nicht überall besteht gleich großer Bedarf“, sagte Janz. In Gebieten, in denen traditionell beide Elternteile arbeiten, liege der Bedarf höher – „zum Beispiel Wilhelmshöhe. Dort brauchen aktuell 50 bis 60 Prozent aller U3-Kinder einen Betreuungsplatz. In anderen Stadtteilen oder auf dem Land liegt die Bedarfsquote deutlich niedriger, mitunter bei nur 20 Prozent.“ Der vom Ministerium anvisierte Landesdurchschnitt liegt bei 38 Prozent.

Die Folge: „Eine fokussierte Planung mit Blick auf die jeweiligen Stadtteile wird somit immer notwendiger“, erklärte Janz. Auch komme es darauf an, wo die Eltern ihre Kinder in die Betreuung geben möchten – entweder am Wohnort oder nahe dem Arbeitsplatz.

Nicht zuletzt sei wegen der guten Wirtschaftslage mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit zu rechnen. „Vor allem junge Eltern werden dann verstärkt arbeiten gehen, was wiederum zu einem Bedarfsanstieg in der U3-Betreuung führt.“

Tagesmütter spielen Rolle

„Wir werden also die 44,1-Prozent-Quote in Kassel kaum halten können, wenn wir uns nicht weiter intensiv um den Ausbau der U3-Betreuung kümmern“, bilanzierte Knoop. So werde nun verstärkt nach Lösungen gesucht, die Betreuung von Grundschulkindern weg von den Kitas hinein in die einzelnen Schulen zu verlagern. „So gewinnen wir neuen Platz für die U3-Kinder in den Kitas.“

Auch der verstärkte Einsatz von Tagesmüttern werde in Zukunft eine immer größere Rolle spielen. „Wir arbeiten an verschiedenen Fronten.“

Von Boris Naumann

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