Versorger muss Flächen anmieten

Umzug: Mehr Platz für Städtischen Werke

Der Umbau läuft: In diesem Gebäude an der Karthäuserstraße, nicht weit vom Stammsitz im Königstor entfernt, wollen die Städtischen Werke Büroräume anmieten. Foto: Koch

Kassel. Die Städtischen Werke brauchen mehr Platz. Grund ist die seit Januar 2011 gesetzlich vorgeschriebene Entflechtung von Netz und Vertrieb, die auch eine räumliche Trennung der betroffenen Abteilungen vorsieht.

Zudem sind die Werke gewachsen, etwa im Bereich der erneuerbaren Energien, bei Energiedienstleistungen und im bundesweiten Vertrieb.

Um den Platzbedarf zu decken, will das Versorgungsunternehmen nun Räume an der nahegelegenen Karthäuserstraße anmieten. 40 bis 50 Mitarbeiter aus dem Bereich Energiedienstleistung sollen dort ihren Arbeitsplatz haben. Rund um das Stammhaus im Königstor hat das städtische Unternehmen bereits in drei Gebäuden Flächen angemietet: 1540 Quadratmeter Büroraum sowie zusätzlich 470 Quadratmeter Lagerfläche. Weitere 325 Quadratmeter wurden in der Friedrich-Ebert-Straße angemietet.

In der Zentrale im Königstor hofft man, dass aus den Plänen für die weitere Anmietung von Räumen in der Karthäuserstraße möglichst bald Wirklichkeit wird. „Genaue Termine stehen nicht fest, da noch nichts unterschrieben ist“, sagt Ingo Pijanka, Pressesprecher der Städtischen Werke, auf Anfrage. Der Energieversorger will in dem ehemaligen Laborgebäude, das für diesen Zweck umgebaut wird, etwa 1000 Quadratmeter Bürofläche anmieten. Arbeiten werden dort Mitarbeiter, die sich unter anderem mit Wärme-, Kälte-, Druck- und Dampflieferungen sowie mit Anlagenoptimierung und Fernwärme befassen. Grundsätzlich seien viele Bereiche und Mitarbeiter der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVV) von den gesetzlichen Vorgaben betroffen und müssten umziehen, sagt der Unternehmenssprecher. „Das bedeutet mehr Bürokratie, mehr Aufwand, mehr Kosten. Unser Wunsch ist das nicht.“

Durch das Entflechtungsgebot entstehen dem Unternehmen zusätzliche Kosten. Vorstandschef Andreas Helbig hatte sie zu Beginn des Prozesses auf drei Millionen Euro beziffert. Aktuelle Zahlen gibt es nicht. Die Ausgliederung eines Unternehmens führe zwangsläufig zu Kosten, weil Geschäftsführer rechtlich erheblich mehr Verantwortung trügen und daher höher entlohnt werden müssten, sagt Pijanka. Hinzu kämen Ausgaben für einen eigenen Internetauftritt, neue Logos und vieles mehr.

Der Raumbedarf sei aber erst mal gedeckt, wenn auch die Neubauten am Betriebshof Ost fertiggestellt seien, sagt Pijanka. Auf dem Gelände in Bettenhausen wollen die Städtischen Werke mithilfe eines Partners bis Ende 2014 Büroraum für 130 Mitarbeiter in einem viergeschossigen Neubau schaffen. Ein Investor soll das Bürohaus errichten, die Werke wollen es 25 Jahre lang mieten und sich auch eine Rückkaufoption für das Grundstück sichern.

Von Ellen Schwaab

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