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Mehr Rechte für Hausangestellte

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Fordern Arbeitsrechte für Angestellte in Haushalten: Prof. Helen Schwenken (links) und Lisa-Marie Heimeshoff vom Fachgebiet Politik der Arbeitsmigration.  Foto: Dietzel
Fordern Arbeitsrechte für Angestellte in Haushalten: Prof. Helen Schwenken (links) und Lisa-Marie Heimeshoff vom Fachgebiet Politik der Arbeitsmigration. Foto: Dietzel

Kassel. Immer mehr Frauen arbeiten in privaten Haushalten, ohne rechtlich abgesichert zu sein. Viele kommen aus Osteuropa, Afrika oder Asien und haben oft keine Papiere. In Deutschland ist dieses Phänomen vergleichsweise neu. In anderen europäischen Ländern und außerhalb von Europa ist die Beschäftigung von Haushaltsarbeiterinnen schon länger üblich. So auch in Lateinamerika, wo sich die Angestellten erfolgreich in Gewerkschaften organisieren.

Hierzulande hätten Beschäftigte im Haushalt aber kaum Rechte und müssten zum Teil Tag und Nacht verfügbar sein, bemängeln Wissenschaftlerinnen der Uni Kassel. Hinzu komme, dass das monatliche Gehalt für 24-Stunden-Hilfen mit 800 bis 1300 Euro besonders gering sei. Etwa vier Millionen Haushalte in Deutschland beschäftigen Angestellte auf Stundenbasis, zum Beispiel drei Stunden pro Woche zum Putzen. Bei 24-Stunden-Hilfen gibt es jedoch nach Einschätzungen von Prof. Helen Schwenken eine hohe Dunkelziffer. Viele würden dabei auch für die Pflege alter oder kranker Menschen eingesetzt.

Regierungen, Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften haben jetzt in Genf eine Konvention zum arbeitsrechtlichen Schutz von Hausangestellten verabschiedet. Dabei werden allerdings Pflegekräfte nicht berücksichtigt.

Helen Schwenken und Lisa-Marie Heimeshoff vom Fachgebiet Politik der Arbeitsmigration am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften haben in Genf ein weltweites Forschungsnetzwerk zur Haushaltsarbeit gegründet (International Domestic Workers’ Network). Ziel des Netzwerkes ist es, durch Forschung die Forderungen der Gewerkschaften zu unterfüttern, erklärt Lisa-Marie Hei-meshoff. Dazu gehört, dass viele Haushaltsangestellte endlich als Arbeiterinnen und nicht etwa als Familienmitglieder angesehen werden wollen. „Privatleute sehen sich oft nicht als Arbeitgeber“, sagt Helen Schwenken. Es sollte aber Arbeitsverträge und begrenzte Arbeitszeiten geben. Hausangestellte in Deutschland sollten sich wie auch in anderen Ländern organisieren. In den Niederlanden ist zum Beispiel eine ehemalige Haushaltsangestellte in einer Gewerkschaft für den Reinigungssektor vertreten.

Die Arbeit im Haushalt sei eine gefährliche Tätigkeit, sagt Schwenken. Jede Angestellte sollte daher versichert sein. Viele Arbeitgeber wüssten nicht, dass in Deutschland alle Menschen mit oder ohne Papiere eine Unfallversicherung abschließen können.

Die Bezahlung der Haushaltsarbeiterinnen ist ein Problem, das in Frankreich mit staatlich subventionierten Haushaltsschecks gelöst wird. Dies ist laut Schwenken ein Schritt in die richtige Richtung, denn viele seien mit einer angemessenen Bezahlung von Haushaltshilfen überfordert.

Von Stefanie Dietzel

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