Häufigere Wasserspiele wären touristisch interessant, doch Wasser könnte knapp werden

Für mehr reicht’s nicht

Reservoir für die Wasserspiele: Im Sichelbachteich, westlich vom Herkules, wird das Wasser gesammelt. Foto: Herzog/ Archiv

Kassel. Die Wasserspiele im Bergpark sind seit dem Welterbetitel mehr denn je ein touristischer Magnet. Aber warum findet die Attraktion nur am Mittwoch- und Sonntagnachmittag sowie einmal monatlich Samstagabend statt? Darüber sind auch viele Touristen verwundert, die sich bei Kassel Marketing informieren. „Bei uns melden sich häufig Anrufer, die uns fragen: Wie oft am Tag laufen die Wasserspiele denn?“, sagt Angelika Hüppe, Leiterin von Kassel Marketing.

Gegen eine Ausweitung der Wasserspiele sprächen zwei Gründe, sagt Lena Pralle, Sprecherin der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK). Zum einen habe Landgraf Karl vor 300 Jahren etwas Besonderes erschaffen wollen, das nicht ständig stattfindet. Mittwoch und Sonntag seien über Jahrzehnte als Wasserspieltage etabliert worden.

Auf der anderen Seite seien auch die Wasserreserven begrenzt. Bei häufigeren Wasserspielen bestehe die Gefahr, dass die Menge nicht für die gesamte Saison vom 1. Mai bis 3. Oktober reiche.

Das Wasser kommt hauptsächlich aus dem westlich vom Herkules gelegenen Sichelbachreservoir. Der für die Wasserkünste angelegte Teich fast 40 000 Kubikmeter. Der Großteil des Beckens wird durch die Schneeschmelze befüllt, Regenwasser spielt eine kleinere Rolle. Ein Grabensystem im Habichtswald leitet das Wasser in das Reservoir, von wo aus es durch eine Röhre bis zum Feuerlöschteich am Herkules fließt.

Zudem gibt es am Herkules den sogenannten Unglücksteich, der aus dem Sichelbach gespeist wird und zum Teil unterirdisch angelegt wurde. Aus diesen beiden kleineren Becken wird das Wasser in die Wasserkünste geleitet.

„Wie oft am Tag laufen die Wasserspiele?“

Häufige Touristenfrage

Jedes Mal wenn die Schieber geöffnet werden, fließen 750 Kubikmeter (750 000 Liter) Wasser ins Tal, sagt Pralle. Weil es keine Pumpen gebe, die das Wasser wieder nach oben transportieren, müssten die Vorräte eingeteilt werden, sodass sie für etwa 60 Wasserspiele in der Saison reichten. In heißen Sommern sei es schon vorgekommen, dass einige Vorstellungen am Ende des Jahres ausfallen mussten.

Hüppe erzählt, viele Touristen seien in dem Glauben, dass Wasser würde in einem Kreislauf immer wieder hochgepumpt und die Wasserspiele seien beliebig wiederholbar. Sicherlich sei es unter touristischen Aspekten interessant, die Wasserspiele jeden Samstag anzubieten, weil da viele Touristen in der Stadt seien. „Aber wir richten uns nach den Rahmenbedingungen. Da mischen wir uns bei der MHK auch nicht ein“, sagt Hüppe.

Von Bastian Ludwig

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