Lieferant: Vertrag mit Stadtreinigern bereits erfüllt - Nachschub ist angekommen

Mehr Salz nötig als geplant

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Wieder Salz auf Lager: Der Winterdienst der Stadtreiniger wird in den kommenden Tagen neben Splitt auch wieder Feuchtsalz einsetzen.

Kassel. Nachdem die Kasseler Stadtreiniger wegen des sich abzeichnenden Salzmangels am Dienstag auf den Notfallplan umgestellt hatten, hat der Deutsche Straßendienst (DSD) am Mittwoch Nachschub geliefert.

Am Morgen und in einer weiteren Lieferung im Laufe des Tages seien jeweils 50 Tonnen Salz angekommen, berichtet Birgit Knebel, Sprecherin der Stadtreiniger. Auch für die kommenden Tage seien Lieferungen in diesem Umfang zugesagt worden. „Die Lage hat sich damit entspannt“, sagt Knebel.

Die European Salt Company (Esco), die über die Vertriebstochter DSD den Kasseler Winterdienst versorgt, weist darauf hin, dass die vertraglich vereinbarte Liefermenge für den gesamten Winter bereits jetzt geliefert worden sei. „Die Vertragsmengen haben wir bereits heute deutlich übererfüllt“, sagt Esco-Sprecher Holger Bekemeier. Zu dem Vertragsinhalt wollte die Sprecherin der Kasseler Stadtreiniger keine Angaben machen.

Grundsätzlich würden vor dem Winter mit den Kunden die Salzmengen und der Preis in einem Vertrag festgeschrieben, erklärt Bekemeier. Der Preis pro Tonne sei dann garantiert stabil, unabhängig von der Nachfrage während der Saison. Je nach abgenommener Menge liege er bei 60 bis 80 Euro.

Obwohl, so der Esco-Sprecher, mit dem Erreichen der Vertragsmenge keine Lieferverpflichtung mehr bestehe, werde man die Stadtreiniger so gut es geht weiter bedienen. Wie die HNA aus anderer Quelle erfuhr, hatten die Stadtreiniger schon im Laufe des Jahrs ihr 1200-Tonnen-Lager mit Salz vom DSD aufgefüllt und im Vertrag für diese Saison weitere 2000 Tonnen als Mindestabnahmemenge angegeben. Aber auch darüber sei der Deutsche Straßendienst zu Lieferungen verpflichtet. Zudem sei im Vertrag festgehalten, dass Nachbestellungen verbindlich binnen 48 Stunden geliefert werden.

Wegen des außergewöhlichen frühen und anhaltenden Wintereinbruchs in Deutschland und ganz Europa gibt es nach Angaben von Esco derzeit eine „exorbitante Nachfrage“ nach Auftausalz. Die Liefermengen im Dezember seien bereits dreimal so hoch wie im Vorjahr. Wegen der Witterungsverhältnisse sei auch die eigene Logistik beeinträchtigt, erklärt der Esco-Sprecher. Die Strecken zu den Salz-Zwischenlagern würden in der Regel mit Schiff und Bahn zurückgelegt, und gerade auf dem Schienenweg habe es in den vergangenen Tagen massive Probleme gegeben.

Die den Stadtreinigern für Dienstag zugesagte Salzmenge von 200 Tonnen sei ausgeblieben, weil das Zwischenlager in Wabern (Schwalm-Eder-Kreis) wegen eines verzögerten Bahntransportes nicht rechtzeitig aufgefüllt werden konnte. In den kommenden Tagen werde man den Stadtreinigern aber weiterhin Salz bringen können.

Nach dem Streusalzmangel im vorigen Winter habe man die Lagerkapazitäten um 100 000 auf jetzt 900 000 Tonnen erweitert, sagt der Esco-Sprecher. Zudem wurden 120 neue Mitarbeiter eingestellt, um die Produktion zu erhöhen. Die laufe seit einem Jahr rund um die Uhr. Wenn aber wie jetzt der Verbrauch sprunghaft in die Höhe schnelle, sei nicht auszuschließen, dass es zu Engpässen komme.

Winterdienst entscheidet nach Wetterlage, welches Mittel eingesetzt wird – Vorsichtshalber sparsam

Mit den am Mittwoch eingetroffenen Salzlieferungen und den für die kommenden Tage angekündigten Mengen könne der Winterdienst jetzt wieder Salz streuen, sagt Birgit Knebel, Sprecherin der Kasseler Stadtreiniger.

Am Dienstag war wegen des knapp werdenden Salzes auf den Notfall-Plan umgestellt worden: Der sieht vor, dass nur noch geräumt und bei Bedarf mit Splitt gestreut wird. Nur an gefährlichen Stellen kommt dann Feuchtsalz zum Einsatz. In den kommenden Tagen solle sowohl Salz als auch Splitt gestreut werden.

Obwohl sich durch die Salzlieferung die Lage entspannt habe, werde man mit den vorrätigen Mengen gut haushalten, um nicht erneut an die Grenze zu geraten. Je nach Witterung werde entschieden, ob Splitt ausreicht oder Salz gestreut wird, so Knebel.

Bei Blitzeis, wie in der Nacht zu Mittwoch aufgetreten, sei die Feuchtsalzstreuung zwingend notwendig. Am Mittwochmorgen ab 2 Uhr früh war der Fahrbahnwinterdienst im Einsatz. Am Dienstag hatte die Spätschicht bis 23 Uhr gearbeitet.

Von Katja Rudolph

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