Stadt will mit Bürgern in drei Stadtteilen Konzept zum Klimaschutz erarbeiten

Mehr als nur saubere Luft

Kraftwerk auf dem Dach: Auf Kassels Dächern sollen künftig mehr Solarzellen sitzen als ein Beitrag zum Klimaschutz. Archivfoto: dpa

Kassel. Saubere Luft, besseres Klima, weniger Energieverbrauch: Die Stadt will den Kasselern den Klimaschutz schmackhaft machen. Sie setzt dabei auf ein Konzept, das gemeinsam mit der Kasseler Klima- und Energieeffizienz-Agentur KEEEA erarbeitet wird.

Es setzt zunächst in den Stadtteilen Kirchditmold, Bettenhausen und Unterneustadt an. Im Dialog mit den Menschen vor Ort sollen Klimaschutz und Wirtschaft nachhaltig vorangebracht werden. Am Ende soll ein Konzept für die gesamte Stadt stehen, das Wege zur Einsparung des Treibhausgases CO2 aufzeigt.

Mehr Solardächer als Ziel

„Wir wollen einen großen Schritt nach vorne machen“, sagte Bau- und Umweltdezernent Dr. Joachim Lohse am Dienstag bei der Vorstellung des Projekts im Umwelt- und Gartenamt, das die Begleitung übernimmt und Hilfestellungen gibt. Das technische Wissen gebe es längst, aber bei der Umsetzung hapere es. So würden nur drei Prozent der für Solarzellen geeigneten Kasseler Dächer auch genutzt. Der Energiefaktor von Gebäuden ließe sich im Schnitt um 80 Prozent reduzieren.

Das Vorhaben soll zunächst in den Sitzungen der drei Ortsbeiräte vorgestellt und dann in Stadtteilforen gemeinsam mit Bürgern öffentlich behandelt werden. Ein Schwerpunkt in dem vor allem durch Wohnhäuser geprägten Stadtteil Kirchditmold könnten beispielsweise die energetische Gebäudesanierung und der Denkmalschutz sein, sagte KEEA-Geschäftsführer Armin Raatz. In Bettenhausen böten sich die Themen Gewerbe, Industrie und Fachwerk an, in der Unterneustadt mit dem neuen Wohnquartier die Weiterentwicklung des Klimaschutzes. Auch der Verkehr soll in den Blick genommen werden. Stichworte sind hier unter anderem öffentliche Verkehrsmittel, Fahrradwege und Elektromobilität.

Die Stadt Kassel lässt im Zuge des Projekts erstmals eine Treibhausgasbilanz erstellen. Das Konzept soll zudem aufzeigen, wie der Klimaschutz als Motor für Handwerk und Wirtschaft vor Ort genutzt werden kann.

Ein Beirat mit Vertretern der Städtischen Werke, der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG), der Universität, der Wohnungsbaugesellschaften, des Regionalmanagements, der Industrie- und Handelskammer (IHK) und anderen Institutionen soll das Projekt begleiten. Bei einem Klimaaktionstag im Herbst sollen dann Beispiele für effektiven Klimaschutz aus den Stadtteilen vorgestellt werden. „Wir wollen Vertrauen schaffen und bald deutlich messbare Fortschritte haben“, sagte Lohse.

Die Erarbeitung des Klimaschutzkonzeptes ist auf ein Jahr angelegt und mit 191 000 Euro veranschlagt. Vom Bundesumweltministerium gibt es einen Zuschuss in Höhe von 114 000 Euro. Mit Hilfe des Konzepts können laut Raatz später weitere Fördermittel für den Klimaschutz beantragt werden.

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