Zahl der Flüchtlingskinder an Schulen in Stadt und Kreis steigt

Mehr als 100 Schüler sprechen kein Deutsch

Kassel. Im vergangenen Jahr sind 100 Migrantenkinder ohne deutsche Sprachkenntnisse an eine Schule in Kassel oder im Landkreis gekommen. „Seiteneinsteiger“ heißen diese ausländischen Kinder offiziell.

Sie sind nach Deutschland gekommen, sprechen eine andere Sprache und besuchen hier eine Regelschule. Die Zahl dieser ausländischen Seiteneinsteiger steigt drastisch. Bereits im ersten Quartal dieses Jahres haben 100 weitere Kinder mit Wohnsitz in Stadt oder Landkreis das für eine Beschulung notwendige Aufnahmezentrum des Staatlichen Schulamts durchlaufen. Danach erst werden sie einer wohnortnahen Schule zugewiesen. Der zuständige Dezernent im Schulamt, Volker Bausch, rechnet in diesem Jahr mit einer Verdoppelung der Seiteneinsteiger. „Dabei wissen wir noch gar nicht, was mit eventuellen Flüchtlingen aus Nordafrika auf uns zukommt.“

Die Kinder kommen entweder mit ihren Familien oder fliehen auch unbegleitet nach Deutschland. Die Zahl der Flüchtlingskinder, die unbegleitet nach Hessen kommen, hat sich von 2007 bis heute in vier Jahren von 91 auf 279 mehr als verdreifacht.

Die größten Gruppen stellen afghanische und bulgaro-türkische Kinder. Letztere aus Bulgarien kommenden Flüchtlingskinder sind ebenso wie Roma oft Analphabeten. Vielen Roma-Kindern aus dem Kosovo war es in ihrem Heimatland verwehrt, eine Schule zu besuchen.

Um diesen Kindern, die kein Deutsch sprechen, beim Bewältigen des Schulalltags Hilfe zu leisten, stellt das hessische Kultusministerium den Schulen jährlich 1000 zusätzliche Lehrerstellen zur Verfügung. 60 dieser Lehrer arbeiten nach Auskunft von Bausch an Schulen in Kassel Stadt und Landkreis.

Die Schule mit den meisten Seiteneinsteigerkindern in Kassel ist die Europaschule Georg August Zinn (GAZ): 45 fremdsprachliche Kinder besuchen hier drei Integrationsklassen. „Es ist eine Besonderheit unserer Schule, dass wir über die Integrationskurse hinaus Klassen anbieten“, sagt GAZ-Schulleiter Mathias Koch.

Von Christina Hein

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