Entwicklung mit Namen "Baby-Guard"

Mehr Schutz für Babys: Chip soll Entführungen im Klinikum verhindern

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Eine Sorge weniger: Über den neuen Handgelenks-Chip freuen sich (von links) Bettina Wüst, Leitende Hebamme im Klinikum Kassel, Katja Gehl mit Finja, Katrin Bender-Golden mit Darragh, Lena Stern mit Michel sowie Dr. Andreas Worms, Leiter der Geburtshilfe im Klinikum. Foto: nh

Kassel. Neugeborene am Kasseler Klinikum sollen besser vor Entführungen geschützt werden: Mit einem speziellen Chip namens „Baby-Guard“ will die Wochenstation der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Möncheberg die Sicherheit der Neugeborenen erhöhen.

50.000 Euro hat das Klinikum in die Einführung des neuen Systems investiert. Zwar sei die Zahl der Baby-Entführungen in deutschen Krankenhäusern mit rund zwölf Fällen pro Jahr eher gering, doch einzelne spektakuläre Fälle sorgten dafür, dass das Thema bei vielen Eltern stets präsent ist, erläutert Bettina Wüst, Leitende Hebamme im Klinikum Kassel.

Mehr Sicherheit soll nun ein Transponderchips in der Größe einer Armbanduhr bieten, die von Mutter und Kind getragen werden und als eine Art elektronischer Ausweis zur Identifizierung funktionieren. An allen Ausgängen der Wochenstation seien Lesegeräte angebracht, die Alarm auslösen, wenn ein Baby-Transponder ohne den passenden Transponder der Mutter die Türe passiert.

Im Stationsalltag sind die Mitarbeiter der Wochenstation mit einen General-Transponder ausgestattet. Im Alarmfall werden ein optisches und akustisches Signal für alle Stationsmitarbeiter ausgelöst. Im Stützpunkt der Station kann auf einem Monitor zusätzlich nachverfolgt werden, um welchen Ausgang es sich handelt. Die Mitarbeiter sind angehalten, die entsprechende Tür sofort zu kontrollieren. Im Notfall würden zusätzlich der Sicherheitsdienst des Klinikums und die Polizei alarmiert. Bislang habe es laut Wüst glücklicherweise nur Fehlalarme gegeben – beispielsweise, wenn die Väter alleine mit ihrem Nachwuchs unterwegs waren.

Die Investition des neuen Systems hat sich nach Angaben von Dr. Andreas Worms, Leiter der Geburtshilfe im Klinikum, gelohnt: „Wir entsprechen damit dem Wunsch der Eltern nach größtmöglicher Sicherheit“. Ob sie das System nutzen möchten, entscheiden die übrigens selbst. „Die Mütter nehmen das sehr positiv an“, sagt Hebamme Wüst, Leitende Hebamme im Klinikum Kassel.

Auch Katrin Bender-Golden, deren Sohn Darragh vor wenigen Tagen im Klinikum geboren wurde, hat sich für das Sicherheitssystem entschieden. Sie kenne die Technik bereits aus Irland, wo sie vor einigen Jahren ihr erstes Kind zur Welt brachte. Sie wundere sich, dass diese Art der Sicherung in deutschen Geburtshilfen noch kein Standard ist. „Man schläft damit einfach ruhiger.“ Katja Gehl hat bereits vor der Geburt von Tochter Finja auf einer Informationsveranstaltung des Klinikums vom neuen Sicherungssystem erfahren und kann dies – wie die frischgebackene Mutter Lena Stern – nur bestätigen. (abe)

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