Polizei soll helfen

Mehr Schwarzfahrer: KVG will Kontrollen  verstärken

Kassel. Die Zahl der Strafanzeigen gegen Schwarzfahrer in öffentlichen Verkehrsmitteln steigt drastisch. 1922 Strafanträge zählte die Polizei im vergangenen Jahr in Kassel. 2008 waren es noch 1538 Anzeigen, 2009 kassierten bereits 1711 Schwarzfahrer eine Anzeige.

Die Zahl der Fahrgäste, die ohne Ticket in Bus, Tram oder Zug erwischt werden, ist noch deutlich höher. Im langjährigen Durchschnitt rechnet die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) mit zwei Prozent Schwarzfahrern, sagt Sprecherin Heidi Hamdad.

Das Unternehmen transportiert jedes Jahr über 40 Millionen Fahrgäste; rund 500.000 werden jährlich kontrolliert. Längst nicht alle erwischten Schwarzfahrer werden auch angezeigt. Beim ersten Mal verzichtet die KVG meist auf eine Strafanzeige und gibt sich mit der erhöhten Beförderungsgebühr von 40 Euro zufrieden. „Spätestens beim zweiten Mal gibt es aber dann die Anzeige“, erklärt Heidi Hamdad: „Wir gehen da inzwischen rigoroser vor.“

Der Grund: Im Stadtgebiet wird das Schwarzfahren offenbar immer mehr zum Problem. Bei einer gezielten Straßenbahn-Kontrolle vor wenigen Tagen in der Kasseler Nordstadt konnte annähernd jeder zehnte Fahrgast kein Ticket vorweisen. Das ist eine bemerkenswert hohe Quote. „Wir wollen solche Kontrollen in Zusammenarbeit mit der Polizei noch in diesem Jahr intensivieren“, kündigt die KVG- Sprecherin an

Beim Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) werden bei Kontrollen zwischen 1,8 und maximal 3,5 Prozent der Fahrgäste ohne Ticket erwischt. Auch hier sind die Zahlen seit 2008 gestiegen, im vergangenen Jahr aber wieder gesunken. Auf den Regiotram- und Bahnlinien ist ein hoher Anteil von Zeitkartenbesitzern unterwegs, „der sicherlich den geringen Anteil der Schwarzfahrer erklärt“, sagt NVV-Sprecherin Sabine Herms.

Von Jörg Steinbach

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