Mehr Sicherheit für Busse: Polizei und NVV arbeiten enger zusammen  

Sichtkontrolle am Reifen: Die Polizeibeamten Michael Chirakakis (links) und Ottmar Müller demonstrierten, wie ein Bus richtig unter die Lupe genommen werden soll. Foto:  Herzog

Kassel. „Wir haben alle dasselbe Ziel. Wir wollen, dass die Busse sicherer werden“, sagt Polizeihauptkommissar Ottmar Müller, Leiter der Regionalen Verkehrsdienste Waldeck-Frankenberg.

Das Polizeipräsidium Nordhessen und der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) haben am Dienstag erstmals eine gemeinsame Schulung für ihre Mitarbeiter rund ums Thema Sicherheit an Bussen veranstaltet. Es gehe auch darum, die Kooperation zwischen Polizei und Verkehrsunternehmen zu verbessern, sagt NVV-Sprecherin Sabine Herms.

Sabine Herms

Ein Punkt: Wie können Stichproben des NVV und Kontrollen der Polizei sich zum Beispiel sinnvoll ergänzen? Der NVV nimmt nämlich nur Stichproben vor, um die Standards zu überprüfen, während die Polizei auch für die Überprüfung der Verkehrssicherheit bei Linienbussen zuständig ist. Ziel ist, sich gegenseitig auf den neuesten Stand der Technik zu bringen und Probleme gemeinsam zu lösen, sagt Herms.

Die meisten technischen Defizite bei Bussen würden an den Reifen, Bremsen und an den lichttechnischen Einrichtungen auftreten, sagt Müller, der mit einem Kollegen die Untersuchung an einem Bus am Kulturbahnhof demonstrierte.

Bei den Reifen sei zum Beispiel die Sichtprüfung sehr wichtig, weil dort öfters Nägel und Schrauben zu finden wären, sagt Müller. Zudem achten die Polizisten darauf, ob die Fahrer ihre Zeiten nicht überschritten haben.

„Es ist wichtig, dass die Busunternehmer die Sicherheitsstandards einhalten, auch wenn das Geld kostet“, sagt Daniel Sallwey, Mitglied im Landesverband der Hessischen Omnibusunternehmer (LHO). Das bedeute auch, dass Busfahrer gesondert geschult werden müssten.

Nach Angaben von Polizeihauptkommissar Müller hat es in den vergangenen fünf Jahren keine schweren Busunfälle in Nordhessen gegeben, die auf einen technischen Defekt zurückzuführen seien. „Der Bus ist nach wie vor das sicherste Verkehrsmittel“, sagt Olaf Rohde, der beim NVV für die Fahrzeugtechnik verantwortlich ist.

Täglich 700 Linienbusse

Nach Angaben von Pressesprecherin Herms sind im Gebiet des NVV täglich 700 Linienbusse unterwegs.

Jährlich werden damit 26 Millionen Buskilometer zurückgelegt. Vorschrift ist, dass Linien- und Reisebusse alle drei Monate beim TÜV untersucht werden. (use)

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