Museumsneubau auf dem Weinberg soll am 7. Februar beschlossen werden

Mehr Tempo für die Grimms

Als Haus für Veranstaltungen und Tagungen der Kasseler Uni im Gespräch: Das Palais Bellevue an der Schönen Aussicht. Hier war bislang das Brüder-Grimm-Museum untergebracht. Foto: Herzog

Kassel. Die Stadt drückt aufs Tempo: Am 7. Februar sollen die Stadtverordneten den Neubau für das Brüder-Grimm-Museum auf dem Weinberg beschließen. Gleich danach will der Magistrat einen Architektenwettbewerb ausloben.

„Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren“, sagte Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) bei der jüngsten Sitzung des Stadtverordneten-Ausschusses für Finanzen, Wirtschaft und Grundsatzfragen. Auch dort signalisierten SPD, CDU, Grüne und FDP Zustimmung für den Neubau. Damit darf die Beschlussfassung des Stadtparlaments am 7. Februar als sicher gelten. Nur die Linken-Fraktion lehnt das Vorhaben ab und fordert einen gemeinsamen Bau für das städtische Grimm- sowie das Tapetenmuseum des Landes Hessen.

Zu lange sei in Kassel über diverse Standorte diskutiert und dabei Zeit verloren worden, erklärte Hilgen. Jetzt muss alles flott vorangebracht werden, damit ein Sechs-Millionen-Euro-Zuschuss der Europäischen Union für regionale Entwicklung nicht verloren geht. Dieses Förderprogramm läuft 2013 aus; die Schlussabrechnungen können aber bis Mitte 2015 vorgelegt werden. Die Eröffnung des neuen Grimm-Museums ist für 2014 vorgesehen.

Deshalb müsse 2013 gebaut werden, gibt der Oberbürgermeister das Ziel vor. Um das zu schaffen, soll gleichzeitig mit dem Architektenwettbewerb an der Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Weinberg-Areal gearbeitet werden. Eine beschlussfähige Fassung des Bebauungsplanes soll die Bauverwaltung im Herbst dieses Jahres vorlegen.

Bis dahin muss auch das Finanzproblem gelöst sein. Noch fehlen annähernd vier Millionen Euro für den Neubau - vorausgesetzt, die Kostenschätzung von 18,2 Millionen Euro trifft zu. 8,35 Millionen Euro will die Stadt zahlen, sechs Millionen kommen aus der EU-Förderung. Ein Stück weit könnte die Finanzierungslücke vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geschlossen werden. Eine Förderung bis zu 500 000 Euro wäre denkbar, kündigte Hilgen an. Als symbolischen Zuschuss vom Landkreis Kassel nannte der Oberbürgermeister einen Betrag von 200 000 Euro.

Für die denkmalgerechte Sanierung des bisher für das Grimm-Museum genutzten Palais Bellevue will die Stadt 3,66 Millionen ausgeben. Dabei wird jetzt eine Zusammenarbeit mit der Universität Kassel angestrebt. Die könnte das renovierte Gebäude an der Schönen Aussicht gegen eine Finanzierungsbeteiligung als Tagungs- oder Gästehaus nutzen. Dann könnte die Stadt einen Teil des Geldes statt ins Palais Bellevue ebenfalls in den Neubau investieren.

Die Uni will nach Angaben von Sprecher Dr. Guido Rijkhoek bis zum Frühjahr dieses Jahres entscheiden, ob sie das Angebot der Stadt annimmt. Derzeit werde geprüft, ob die Raumgrößen im Bellevue den Ansprüchen der Uni genügen. Und es werde durchkalkuliert, „ob wir uns das finanziell leisten können“, erklärt Rijkhoek.

Mehr über das Thema Grimm finden Sie im Online-Angebot der HNA unter www.hna.de/grimmheimat

Von Jörg Steinbach

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