Tagung zu Populärkultur an der Uni Kassel - Phänomene in Musik, Kunst und TV

Pop ist mehr als Unterhaltung

Der King of Pop: Michael Jackson.

Kassel. Michael Jackson war der „King of Pop“, Andy Warhol wurde berühmt mit seiner Pop-Art und Rolf Dieter Brinkmann etablierte Ende der 1960er-Jahre die sogenannte Popliteratur in Deutschland. Pop scheint ein Phänomen zu sein, das sich durch alle Kulturbereiche zieht. Aber was ist Pop eigentlich? Die Universität Kassel veranstaltet heute und morgen, 5. / 6. Februar eine Tagung zu diesem Thema.

Pop ist die Kurzform von „populär“. Unter den Begriff kann damit im Prinzip alles fallen, was allgemein bekannt ist: Facebook ist Pop, der im Internet um die Welt gegangene Tanzclip „Gangnamstyle“ ist Pop und das Dschungelcamp ist Pop.

Das klingt nach billiger, oberflächlicher Unterhaltung für die Masse. Doch so einfach lasse sich das Thema nicht abhandeln, sagen Anna-Carina Meywirth und Nils Lehnert, Dozenten für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft am Institut für Germanistik. Denn Pop beschreibe nicht nur alltägliche und triviale Erscheinungen, sondern gehe auch in die Tiefe.

Phänomene aus dem Alltag, etwa auch angesagte Markenprodukte, werden aus ihrem Kontext herausgenommen und zur Diskussion gestellt. Man denke an Andy Warhol und seine Bilder von der Dosensuppe Campbell’s. Damit ironisierte er die amerikanische Konsumgesellschaft der 60er-Jahre.

Die Wissenschaft interessiert sich erst seit Kurzem für Popkultur. Lange galt das Thema als zu unernst. Dabei lässt sich über Pop-Phänomene untersuchen, was die Gesellschaft gerade beschäftigt. „Auf unserer Tagung wollen wir zeigen, dass Popkultur nicht nur oberflächlich und massenkompatibel ist, sondern auch durchaus Kritik übt“, sagt Lehnert. Pop halte der Gesellschaft einen Spiegel vor. So rege Pop im besten Fall dazu an, über das eigene Verhalten nachzudenken.

Als zentrales Medium der Popkultur benennt Anna-Carina Meywirth das Fernsehen. Und zwar im doppelten Sinn, denn Pop tauche hauptsächlich im Fernsehen auf und Fernsehen werde häufig selbst zum Gegenstand von Pop-Kunst.

In Zukunft will sich die Universität Kassel dem Thema Populärkultur noch intensiver widmen. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen Literatur-, Medien- und Kunstwissenschaft soll ausgebaut werden. Außerdem wird ein Sammelband zu dieser Tagung erscheinen, in dem alle Vorträge nachzulesen sein werden. Fotos: Dröll

Von Victoria Dröll

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