Studentenwerk reagiert schon

Veganes Essen in Kasseler Mensa gefordert

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Unterschriften sammeln: Ramona Schmidt (von links) unterzeichnet die Liste, mit der Anna Heck, Pauline Rathmann und Philipp Anweiler seit drei Wochen Unterstützer suchen.

Kassel. Nicht nur Fleisch, sondern auch Käse, Eier und Milch sind für Veganer tabu. In der Mensa der Uni Kassel wird derzeit zweimal in der Woche ein Gericht angeboten, das ohne tierische Produkte zubereitet ist.

Mit einer Unterschriftensammlung will eine studentische Initiative jetzt erreichen, dass täglich ein veganes Essen in der Mensa angeboten wird. Dabei sollten außerdem so weit wie möglich Bioprodukte verwendet werden.

„Bisher müssen wir uns damit behelfen, Beilagen zu essen“, sagt Philipp Anweiler. Die Studenten, denen es bei ihrer veganen Ernährung auch um Tier- und Umweltschutz geht, fordern täglich ein vollwertiges veganes Menü. Auch Vegetarier und Mensa-Gäste, die keine Milchprodukte oder kein Ei vertragen, könnten bedenkenlos auf das vegane Essen zurückgreifen - ebenso wie Moslems, die vermeiden wollen, Fleischprodukte zu verzehren, die nicht ihren religiösen Vorgaben entsprechen. „Und auch Leute, die Fleisch essen, möchten nicht jeden Tag ein Schnitzel oder eine Bratwurst“, sagt Lucas Cristoffer von der Studentischen Initiative für Nachhaltigkeit (Stina), die die Petition angestoßen hat.

Mehr als 1000 Unterschriften haben die Studenten innerhalb von zwei Wochen schon gesammelt. Die Liste wollen sie dem Verwaltungsrat des Studentenwerks überreichen, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen.

Offenbar rennen sie damit offene Türen ein: Wenn die Zentralmensa im Oktober nach dem Umbau wieder öffnet, sei täglich ein veganes Essen geplant, sagt Brigitte Schwarz vom Studentenwerk auf Anfrage der HNA. Die Ausgabefläche sei dann viel größer, dadurch könne man mehr unterschiedliche Essen anbieten. Schwarz betont, dass Veganer auch bisher kostengünstig satt werden konnten: Das sogenannte XXL-Menü bestehe aus einer doppelten Beilage – quasi als Hauptgericht – und zwei weiteren Beilagen.

Mit der Ausweitung des veganen Angebots reagiere man darauf, dass die Nachfrage zuletzt gestiegen sei, sagt Brigitte Schwarz. „Bisher waren die veganen Gerichte nicht die absoluten Renner.“ Auch Vegetarier hätten eine Erwartungshaltung an ihr Essen und wünschten meist Käse, Eier oder Sahne darin. Allerdings gebe es inzwischen auch vegane Gerichte wie Chili sin Carne und lauwarmen Bratkartoffelsalat, die so beliebt seien, dass sich ein Viertel der Gäste dafür entscheide. Man feile weiter an den Rezepturen, damit die Gerichte auch von Nicht-Veganern gewählt würden. Alle Köche des Studentenwerks hätten im Januar eine zweitägige Schulung zu veganer Küche gemacht.

Von Katja Rudolph

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