Tendenz steigend

Zeit für Nachwuchs: 2012 mehr Elterngeld beantragt

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Haben gute Erfahrungen mit Elterngeld gemacht: Die Kinder Mia (Mitte) und Liv sowie Mama Kathrin Ladleif fanden es toll, dass ihr Mann Philipp Hofmann zwei Monate nur Zeit für die Familie hatte.

Kassel. Ein paar Monate zu Hause bleiben und die Kinder erziehen – das ist für eine wachsende Anzahl von Vätern in Stadt und Landkreis Kassel offenbar attraktiv.

Denn die Zahl der Männer, die das Elterngeld in Anspruch nehmen und im Beruf pausieren, steigt – vor allem in der Stadt. Das geht aus Zahlen des zuständigen Regierungspräsidiums (RP) Gießen hervor.

So stellten im vergangenen Jahr 518 Männer in Kassel einen Antrag auf Elterngeld. Im Jahr 2010 waren es nur 420. Das entspricht einem Anstieg von 23,3 Prozent. Im Landkreis Kassel waren es 448 Männer gegenüber 394 im Jahr 2010, die sich um Elterngeld bemühten. Das ist ein Anstieg von 13,7 Prozent innerhalb von zwei Jahren.

Mehr Geburten

Dies deckt sich mit Erfahrungen, die Unternehmen machen: Beim Kasseler Düngemittelkonzern K+S beispielsweise gingen im Jahre 2011 insgesamt 112 Mitarbeiter (davon 75 Männer) in Elternzeit. Ein Jahr später waren es 134, davon 89 männliche Kollegen. Man könne davon ausgehen, dass die Mitarbeiter, die Elternzeit in Anspruch genommen haben, auch Elterngeld beantragt hätten, sagt der Pressesprecher Michael Wudonig.

Zur wachsenden Nachfrage nach Elterngeld trägt vermutlich auch die steigende Zahl der Geburten bei: 3655 Kinder kamen in den Kasseler Kliniken 2012 zur Welt. 2010 waren es 3545.

Die meisten Mütter und Väter nehmen das Elterngeld entweder sehr kurz oder sehr lang in Anspruch: Am häufigsten wurde es laut dem RP Gießen für zehn bis zwölf Monate ausgezahlt, auf Platz zwei folgt eine Bezugsdauer von zwei Monaten. Dabei zeigt sich, dass es vor allem Väter sind, die ihren Job nur kurzzeitig unterbrechen.

Im Durchschnitt bekamen Väter und Mütter im Kreis 671 Euro pro Monat. In der Stadt waren es 697 Euro. Damit liegen die Kasseler deutlich unter dem hessischen Durchschnitt von 806 Euro. Das Elterngeld richtet sich nach dem bisherigen Einkommen.

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Von Göran Gehlen

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