Ab Ende 2013 fahren Regiotrams nur noch von Melsungen zum Auestadion

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Abbiegen am Auestadion: Nach den Plänen des NVV soll ab Ende 2013 die Linie 5 von Melsungen als einzige Regiotram noch zur Endhaltestelle an der Frankfurter Straße fahren. Die RT3 von Hofgeismar fährt dann zur Holländischen Straße.

Kassel. Großes Problem, große Lösung, große Folgen: Weil die Straßenbahnen von und zur Universität regelmäßig überfüllt sind, sollen Ende 2013 Doppeltrams und zwei Regiotram-Linien auf der Holländischen Straße fahren.

Dass dann 60 Meter lange Bahnen durch die Innenstadt fahren, wird bereits diskutiert. Doch das Vorhaben hat auch andernorts Auswirkungen, zum Beispiel für diejenigen, die zum Auestadion wollen.

Denn die Regiotram-Linien 3 (Hofgeismar) und 4 (Wolfhagen) sollen nach den Plänen des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV) künftig bis zur Station Holländische Straße an der Schenkebier Stanne fahren. Die Verbindung von Hofgeismar zum Auestadion fällt dann weg. Sie war ursprünglich ein Grund, weshalb 2007 für knapp drei Millionen Euro die Kreuzung am Auestadion umgebaut und um ein Wendegleis erweitert wurde. Das hatte seinerzeit große Diskussionen ausgelöst.

Hintergrund: Regiotrams sind beliebt

Die Regiotram hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Teil im System des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV) entwickelt. Mehr als jeder vierte Fahrgast des NVV nutzt die weiß-grauen Bahnen, die seit 2007 unter dem Hauptbahnhof hindurch in die Kasseler Innenstadt fahren. Seitdem sind die Fahrgastzahlen nach Angaben von NVV-Sprecher Steffen Müller kontinuierlich gestiegen: 2007 waren es 1,8 Millionen Fahrgäste auf den Strecken nach Wolfhagen, Hofgeismar und Melsungen. Auch durch die zusätzliche Linie nach Schwalmstadt-Treysa hat die Regiotram binnen fünf Jahren deutlich zugelegt. Der NVV rechnet mit 4,5 Mio. Fahrgästen pro Jahr. (mcj)

„Das Wendegleis wird auch weiterhin gebraucht“, sagt NVV-Pressesprecher Steffen Müller. Im Gegenzug zur Abkoppelung des Auestadions von der Verbindung nach Hofgeismar werde nämlich die Regiotram 5 (Melsungen) häufiger zur Endhaltestelle an der Frankfurter Straße fahren. Bislang ist sie nur sieben Mal am Tag das Ziel der RT5.

Künftig werde sie alle halbe Stunde zum Stadion fahren. Dieser Takt sei zentrales Element des Zielkonzepts der Regiotrams, um die Region gut mit dem Oberzentrum Kassel zu verbinden, sagt Müller: „Der Halbstundentakt gleicht dann auch aus, dass die RT3 künftig nicht mehr zum Auestadion fährt.“

Für diejenigen, die es bislang gewohnt sind, direkt von Hofgeismar zum Auestadion zu fahren, bleibt dann nur, in der Innenstadt auf eine andere Linie umzusteigen. „Zwischen Hauptbahnhof und Rathaus gibt es genügend Möglichkeiten“, sagt Müller. Das gleiche gelte für die Verbindung zur Leipziger Straße, die dann von der RT5 aus Melsungen nicht mehr angefahren wird.

Alle Wünsche könnten nicht erfüllt werden. „Unser Ziel ist es, eine für den Fahrgast interessante Verteilung der Linien hinzubekommen“, sagte Müller.

Von Marcus Janz

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