Kopftuchträgerin beschimpfte Tramfahrer als "Nazi-Schwein"

Mehrere Anzeigen: Streit in Kasseler Straßenbahn eskalierte

Kassel. Der Streit zwischen einer 30-jährigen Kundin der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) und dem Fahrer einer Tram endete am Dienstagvormittag mit wechselseitigen Anzeigen wegen Beleidigung.

Zudem zeigte die Frau den Fahrer wegen des Verdachts der Körperverletzung an. 

Auf Anfrage der HNA erklärte Polizeisprecher Torsten Werner, dass die Frau gegen 10.30 Uhr mit einem Kinderwagen am Königsplatz in eine Tram der Linie 5 einsteigen wollte. Da die Bahn aber viel zu voll gewesen wäre, habe der Straßenbahnfahrer der Frau mitgeteilt, sie müsse draußen bleiben und auf die nächste Bahn warten. Das habe sie ignoriert. Im Multifunktionsbereich der Bahn hätten zu dem Zeitpunkt bereits ein Rollstuhlfahrer und ein weiterer Kinderwagen gestanden, sagt KVG-Sprecherin Heidi Hamdad. Deshalb sei für einen weiteren Kinderwagen kein Platz gewesen. Die Frau habe sich mit ihrem Kinderwagen nichtsdestoweniger quer vor die Tür gestellt und den Fluchtweg blockiert. Das hätte sehr gefährlich werden können.

Als der Fahrer die 30-Jährige aufgefordert habe, die Bahn zu verlassen, habe er zu Recht von seinem Hausrecht Gebrauch gemacht, sagt Hamdad. Die Frau, die ein Kopftuch trug, sei daraufhin aggressiv geworden und habe den Tramfahrer als „Du Nazi-Schwein“ und „Du Rassist“ beschimpft.

Durch diese Beschimpfungen sei der Fahrer dermaßen provoziert worden, so Hamdad, dass er die Frau schließlich an der Haltestelle „Stern“ an den Arm fasste, um sie aus der Bahn zu ziehen. „Da hat er natürlich überreagiert und sich später dafür auch entschuldigt“, so die KVG-Sprecherin.

Ein Zeuge, der sich bei der HNA gemeldet hat, schildert, dass er an der Haltestelle Stern mitbekommen habe, dass die Frau mit Kopftuch voller Gewalt von dem Fahrer gepackt und geschubst worden sei. Er habe das als äußerst ungerecht empfunden. „Den Akt würde ich auch bei einer Frau ohne Kopftuch als Straftat bezeichnen“, so der Zeuge.

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