Freizeit ist kein Urlaub

Mehrere Argumente für längere Ausflüge unmittelbar nach den Ferien

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Jugendseeheim auf Sylt: Schüler der Albert-Schweitzer-Schule in Kassel verbringen dort eine Freizeit.

kassel. Viele Schulen legen die Freizeiten unmittelbar vor oder hinter die Sommerferien. Manch Außenstehender vermutet dahinter eine Urlaubsverlängerung für Lehrer. „Dem ist nicht so“, sagt der Leiter der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) in Kassel, Stefan Alsenz.

Diese Praxis sei keinesfalls eine Fortsetzung der Ferien. Im Gegenteil: Belastung und Verantwortung für die begleitenden Pädagogen seien sehr viel höher, als wenn sie unterrichten würden.

Derzeit halten sich drei Klassen der Jahrgangsstufen 8 und sechs Lehrer der ASS im Jugendseeheim des Landkreises Kassel auf Sylt auf. Auch zahlreiche andere Schulen in Stadt und Landkreis legen ihre Freizeiten unmittelbar hinter das Ferienende.

Stefan Alsenz

Im Übrigen führt Alsenz Argumente für die Terminierung von Freizeiten zum Schuljahresende und -beginn an. So falle bei dieser Regelung gegenüber einer Freizeit zu einem früheren beziehungsweise späteren Zeitpunkt eine Unterrichtsunterbrechung fort. Das sei angesichts der generell kurzen Zeiträume zwischen zwei Ferienblöcken umso wichtiger. In der zweiten Woche nach Ferienende setze dann der normale Rhythmus ein und werde bis zu den Herbstferien durchgehalten, erklärt Alsenz und führt einen weiteren Grund für diese Praxis an: Neue Schüler bekämen so die Möglichkeit, die Klassenkameraden auf neutralem Boden und ohne Unterrichtsdruck kennenzulernen.

Außerdem würden die Termine vom Jugendseeheim zugeteilt. Alsenz macht aber auch keinen Hehl daraus, dass ein Aufenthalt auf Sylt im Hochsommer natürlich attraktiver sei als etwa im Spätsommer oder Herbst. Das gelte umso mehr, als Bewegungsangebote an der frischen Luft ein wichtiger Bestandteil solcher Freizeiten seien.

Für den erfahrenen Pädagogen sind die Freizeiten angesichts des Lerndrucks und der zunehmenden Belastung für die Schüler von großer Bedeutung. Sie förderten Zusammenhalt, Gemeinsinn, freundschaftliches Miteinander und soziale Kompetenz. Daher sei es ihm auch wichtig, dass mehrere Klassen gleichzeitig verreisten.

Von José Pinto

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