Fußballfest zum Saisonauftakt des KSV Hessen Kassel im Auestadion – Ärger nur über Feuer im Fanblock

Saisonauftakt des KSV Hessen Kassel: Mehrheit der Fans feierte friedlich

Brisante Freudenfeuer: Am Freitag haben vermeintliche Fans des KSV im Stadion Bengalos abgebrannt. Die Feuerwerkskörper gelten als sehr gefährlich, sie werden mehr als 1000 Grad heiß. „Das ist ein großes Gesundheitsrisiko und kann zu einem Stadionverbot und weiteren Strafen führen“, sagt dazu Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. Der überwiegende Mehrheit im Stadion feierte den Sieg der Kasseler Mannschaft jedoch friedlich. Fotos: Fischer

Kassel. Beim 3:1 Sieg des KSV Hessen Kassel gegen Waldhof Mannheim ist es gestern Abend rund um das Auestadion ruhig geblieben. Zu den befürchteten Auseinandersetzungen zwischen den Fans der beiden Traditionsvereine ist es nicht gekommen.

Der Saisonauftakt des KSV in der neugegliederten Regionalliga Südwest war im Vorfeld als Risikospiel eingestuft worden. 6500 Zuschauer haben das Spiel im Auestadion verfolgt. Doch nicht alle Kasseler Anhänger beließen es beim Jubeln. Vermeintliche Fans zündeten in der zweiten Halbzeit beim Stand von 3:0 für die Löwen bengalische Feuer und Rauchkörper, und störten damit die übrigen feiernden Fans. Zudem waren vor Anpfiff der Partie zwei Böller in der Nähe der Nordkurve gezündet worden.

Feierten trotz drohender Niederlage: Auch bei zwischenzeitlich drei Toren Rückstand feuerten die angereisten Mannheimer Fans ihre Mannschaft weiter an.

„Es ist unverständlich, warum einzelne immer wieder bengalische Feuer anzünden müssen, sogar, wenn die Mannschaft deutlich vorn liegt“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. „Das Spielergebnis ist doch eigentlich ein Grund zu feiern.“ Von den Feuerwerkskörpern gehe ein großes Gesundheitsrisiko aus, zudem droht den Zündlern Stadionverbot.

Vor und nach der Partie blieb es friedlich. Die Polizei hatte die Fans der rivalisierenden Vereine, wie bei solchen Spielen üblich, mit einer Absperrung zwischen dem Auestadion und der Eishalle getrennt und auf starke Präsenz gesetzt. Die etwa 250 Anhänger von Waldhof Mannheim waren überwiegend mit Bussen und Autos zum Stadion gereist, wo sie von zahlreichen Polizisten erwartet und direkt zur Südkurve gelotst wurden. Die Kasseler Fans hatten in diesem Bereich keinen Zutritt.

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Probleme gab es nur bei der Anreise. Ein Gelenkbus mit 55 Mannheimern war wegen eines Defekts auf einer Autobahnraststätte bei Kassel liegengeblieben. Laut Jungnitsch haben die Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) und die Polizei aber kurzfristig für Ersatz gesorgt, sodass alle Fans pünktlich zum Anpfiff im Stadion waren.

Sieben der Mannheimer hatten jedoch versucht, sich von Taxis zum Stadion bringen zu lassen. Sie wurden von der Polizei abgefangen. Es zeigte sich, dass vier der Männer Stadionverbot haben und drei als Gewalttäter bekannt sind. Sie wurden laut Jungnitsch für die Dauer des Spiels in Unterbindungsgewahrsam genommen, konnten die Heimfahrt aber mit den übrigen Mannheimern antreten.

Mit einem ähnlichen Ergebnis wie gestern war auch die vergangene Begegnung zwischen dem KSV und Waldhof Mannheim ausgegangen. Im November 2011 hatten die Löwen mit 3:0 gewonnen. Abseits des Spielfelds kam es allerdings zu Gewalt und Vandalismus bei Anhängern beider Mannschaften. Mannheimer Fans hatten damals die Herrentoilette der Südkurve des Auestadions zerstört.

Von Sebastian Lammel

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