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Mehrheit für Brüder-Grimm-Platz: Stadtparlament entscheidet Montag final über das Projekt

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Von: Thomas Siemon

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So könnte der Brüder-Grimm-Platz im Jahr 2025 aussehen: Das begrünte Zentrum mit den Kiefern sowie die großen Bereiche ohne Autoverkehr sind zentrale Elemente.
So könnte der Brüder-Grimm-Platz im Jahr 2025 aussehen: Das begrünte Zentrum mit den Kiefern sowie die großen Bereiche ohne Autoverkehr sind zentrale Elemente. © Club L94

Die Pläne für die Umgestaltung des Brüder-Grimm-Platzes haben im zuständigen Ausschuss eine Mehrheit gefunden. Das umstrittene Projekt soll zehn Millionen Euro kosten.

Kassel – Wenn es konkret wird, dann interessieren sich die Menschen auch für die Kommunalpolitik. Das wurde durch eine Delegation von Anwohnern der Ulmenstraße im Rathaus deutlich. Die machen sich Sorgen darüber, dass bei ihnen vor der Haustür demnächst deutlich mehr Verkehr als heute fließen könnte.

Das hängt mit der geplanten Neugestaltung des Brüder-Grimm-Platzes zusammen. Der war Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung, Mobilität und Verkehr. Dieser Ausschuss ist die vorletzte Etappe auf dem Weg zu einer Beschlussfassung in der Stadtverordnetenversammlung am kommenden Montag. Dort kann Baudezernent Christof Nolda (Grüne) mit einer Mehrheit für das seit Jahren heiß diskutierte Großprojekt rechnen. Das wurde beim Abstimmungsergebnis im Ausschuss deutlich.

Dort sorgten zwei Fraktionen für eine Mehrheit, die seit einer Weile eigentlich getrennte Wege gehen. Grüne und SPD sind sich beim Grimm-Platz aber immer noch einig. Im Gegensatz zur CDU, die ja perspektivisch mit den Grünen zusammenarbeiten will. Deren Mitglieder im Ausschuss stimmten in erster Linie wegen Bedenken bei der Verkehrsführung gegen die von Nolda vorgelegten Pläne. Linke und FDP enthielten sich, der Vertreter der AfD schaffte es nicht rechtzeitig zur Abstimmung in die Sitzung.

Dort ging es unter anderem noch einmal um die geplante Verkehrsführung. Georg Förster, der Leiter des Straßenverkehrs- und Tiefbauamtes, stellte den aktuellen Stand vor. Demnach soll es dabei bleiben, dass man von der Wilhelmshöher Allee stadteinwärts nur noch nach rechts in die Friedrichsstraße abbiegen kann. Der Linksabbieger an der Rathauskreuzung soll entfallen. Dadurch gewinne man mehr Platz für Fußgänger in einem neu zu gestaltenden Bereich vor dem Hotel Hessenland.

Zudem werde es für Fußgänger und Radfahrer leichter, die Straße in diesem Bereich zu überqueren. Die für die Anwohner der Ulmenstraße erfreuliche Nachricht: Der zwischenzeitlich vorgesehene neue Linksabbieger von der Wilhelmshöher Allee über die Gleise der Straßenbahn zur Ulmenstraße wird erst einmal auf Eis gelegt. Stattdessen soll es weiterhin eine Wendemöglichkeit vor dem Brüder-Grimm-Platz geben. Möglicherweise könne es dabei auch auf Dauer bleiben.

Zunächst einmal wolle man sehen, wie sich die Situation nach dem Bau der neuen Haltestelle entwickele, so Förster. Zudem sei noch nicht klar, welche Auswirkungen der Neubau für die Zentrale der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-Gmbh (Städtische Werke und KVG) zwischen Königstor und Wilhelmshöher Allee habe.

Unabhängig davon soll die Umgestaltung des Brüder-Grimm-Platzes wie geplant über die Bühne gehen. Mit dem zentralen Gestaltungselement der 70 Kiefern in der Mitte des Platzes, einer Reduzierung der Fahrspuren, einer neuen Straßenbahnhaltestelle und viel Platz für Fußgänger. Auf die Sichtachsen Richtung Innenstadt und Herkules werde man Rücksicht nehmen, so die Planer.

Wenn die Stadtverordneten jetzt ebenfalls zustimmen, könnte die Neugestaltung in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres beginnen. Die Fertigstellung des 10-Millionen-Euro-Projekts wäre dann Ende 2025 möglich. (Thomas Siemon)

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