Frieda Berl aus Kassel feiert ihren 100. Geburtstag

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Geburtstagskind: Frieda Berl freut sich, dass ihre Söhne Karl-Heinz (links) und Dieter sie oft besuchen.

Kassel. „Ich stehe mal auf, dann bin ich nämlich ein bisschen größer“, sagt Frieda Berl. Die alte Dame ist fröhlich und gesprächig und stellt klar: „100 werde ich erst morgen, bis dahin bin ich 99“. Stimmt. Morgen, am Sonntag, feiert Frieda Berl, geborene Knoth, ihren 100. Geburtstag.

Und dass ihre beiden Söhne Karl-Heinz und Dieter bei der Feier dabei sind, ist selbstverständlich. Sie besuchen ihre Mutter regelmäßig im Pflegeheim der Seniorenwohnanlage Fasanenhof. Hier lebt Frieda Berl, die nicht mehr sehen kann, seit sechs Jahren.

Bis dahin wohnte sie in der Quellhofstraße, wo sie ihr ganzes Leben verbracht hat. „Die Quelle“ - so nennen die Menschen vor Ort das Wohngebiet, und Frieda Berl sagt ein bisschen wehmütig: „Die Quelle ist meine Heimat“.

Geboren wurde Frieda Berl aber in der Hartwigstraße, in der Gartenstraße besuchte sie die Volksschule. Danach lernte sie in einem Haushalt und arbeitetet später in verschiedenen Geschäften. „Da musste ich immer auch mit zum Einkaufen auf den Markt.“

1933 heiratete sie Artur Bunk, der Bäcker war und mit dem sie ihre beiden Söhne Karl-Heinz und Dieter bekam. 1943 trennten sich die Eheleute, die Mutter und ihre Söhne wurden 1944 ausgebombt und nach Niederasphe bei Marburg evakuiert. 1945 zog die Familie nach Kassel in die Quellhofstraße zurück.

Mitte der 50er Jahre lernte Frieda Bunk, wie sie damals noch hieß, ihren späteren zweiten Mann Oskar Berl kennen. Das war nicht ganz einfach, denn Oskar war noch verheiratet. „Da hat eine Tante ein bisschen mitgeholfen“, erinnert sich die Seniorin.

Oskar gewann Friedas Herz mit seiner Musik. Er spielte Schifferklavier und brachte ihr zum Geburtstag ein Ständchen, erzählen die Söhne. Ihr zweiter Mann arbeitete im Bausteinwerk an der Schillerstraße. Er starb 1984.

Genießt Rotwein

Viel älter als 100 wolle sie gar nicht mehr werden, sagt die Jubilarin, die drei Enkel und acht Urenkel hat. „Es gibt ja nichts mehr zu tun“, sagt sie ein bisschen traurig.

Vorerst genießt sie noch abends ihr kleines Gläschen Rotwein, wie sie berichtet. „Das hält mich munter“, verrät sie. Und ein Fläschchen Bier dann und wann. „Wenn es das mal nicht gibt, beschwere ich mich gleich“, sagt die alte Dame. Sie freut sich auf die Feier mit der Familie. (pom)

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