57 Prozent der Absolventen der Uni Kassel finden Jobs in Nordhessen

Kassel. Von den erwerbstätigen Absolventen der Universität Kassel blieben im Jahr 2007 57 Prozent in Nordhessen. Im Vergleich zum Vorjahr sind das zehn Prozentpunkte mehr.

43 Prozent gehen einer Tätigkeit außerhalb nach. Besonders hoch ist die Quote bei den Ingenieuren im Maschinenbau (62 Prozent) und im Elektrobereich (69 Prozent). Unter den Befragen haben 53 Prozent ihren Schulabschluss in der Region absolviert.

Diese Zahlen nennt eine noch nicht veröffentlichte Studie des Internationalen Zentrums für Hochschulforschung (Incher) der Uni Kassel, die die Absolventen seit 2006 befragt.

Thomas Rudolff, Geschäftsführer der Abteilung Kommunikation der Industrie- und Handelskammer Kassel (IHK), freut sich über dieses Ergebnis. Es zeige, dass das Zusammenspiel von Uni und nordhessischer Wirtschaft funktioniere.

Die Zahlen könnten allerdings auch so interpretiert werden, dass die Nordhessen weniger flexibel sind: Sie kommen aus der Region und bleiben hier. Dagegen sprächen aber Mobilitätsuntersuchungen, die besagten, dass in größeren Städten die Sesshaftigkeit höher sei, sagt Chomi Flöther, wissenschaftliche Incher-Mitarbeiterin.

Von den insgesamt 2142 Absolventen haben 1128 an der Befragung teilgenommen. 56 Prozent von ihnen sind Frauen. Zum Zeitpunkt der Befragung waren die Absolventen durchschnittlich 29 Jahre alt.

Beschäftigungssuche

Die Befragung kommt zu weiteren positiven Ergebnissen: So hat sich die Dauer der Beschäftigungssuche im Vergleich zu 2006 von durchschnittlich sechs auf vier Monate verkürzt. Durchschnittlich bewerben sich die jungen Leute bei drei Arbeitgebern. Allerdings liegt diese Zahl bei den Sprach-, Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlern sowie den Architekten mit zehn bis 20 Bewerbungen weitaus höher, bis sie einen Job haben.

Der erfolgreichste Weg der Beschäftigungssuche ist die direkte Bewerbung beim Arbeitgeber: So fanden 43 Prozent eine Beschäftigung durch die Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle und 13 Prozent durch eine selbstständige Suche. Bei sechs Prozent der Uniabgänger trat der Arbeitgeber direkt an sie heran, und sechs Prozent fanden eine Beschäftigung durch ein Praktikum während des Studiums.

Das durchschnittliche Bruttomonatseinkommen liegt bei den Befragten mit einer Vollzeitstelle bei 2376 Euro. Da das Studium nicht lange zurückliegt, wird das Durchschnittsgehalt in den kommenden Jahren erfahrungsgemäß deutlich steigen. Während die Maschinenbauer bereits zum Berufseinstieg über 3000 Euro verdienen, befinden sich die meisten Lehramts-Absolventen noch im Referendariat.

Berufliche Werte, die den Akademikern wichtig waren, sind neben einer angenehmen Arbeitsatmosphäre und interessanten Arbeitsinhalten vor allem Aspekte der beruflichen Eigenständigkeit, die Möglichkeit der Weiterqualifizierung und die Sicherheit des Arbeitsplatzes.

Von Beate Eder

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