Erste Blitzerbilanz

Die meisten Raser gibt es auf der Bundesstraße 83

Kassel. Dieser Blitzer-Standort hält, was die Experten von dieser Kasseler Hauptverkehrsstraße befürchtet hatten: Die stationäre Messanlage an der Bundesstraße 83 ist der Blitzer, der die meisten Geschwindigkeitsüberschreitungen aller sechs neuen Geräte im Stadtgebiet dokumentiert.

Zwischen dem Großen Kreisel (Platz der deutschen Einheit) und der A 49-Anschluss-Stelle Kassel-Waldau sind nach Angaben der Stadt im Vergleich aller sechs neuen Anlagen in den ersten neun Betriebswochen die meisten Verstöße und der bislang gröbste Verstoß festgestellt worden.

Unrühmlicher Spitzenreiter der vorläufigen Raser-Statistik ist ein Autofahrer, der auf der B 83 stadteinwärts mit 119 Stundenkilometern unterwegs war. Er war damit 69 km/h zu schnell, denn erlaubt sind dort lediglich 50 km/h. Die Messanlage steht kurz vor der Bushaltestelle und der Ampelkreuzung B 83/Lilienthalstraße. Mit Verweis darauf, dass an dieser Stelle knapp 60 Prozent der Fahrzeuge zu schnell fahren, hatte Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) im Vorfeld auf den „akuten und grundsätzlich Handlungsbedarf“ zur stärkeren Überwachung der Verkehrsgeschwindigkeit erklärt.

Sechs Blitzer, vier Standorte

An den anderen Messanlagen in Kassel waren die „Spitzenreiter“ jedoch nicht viel langsamer unterwegs, berichtet Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich. Die gemessenen Höchstgeschwindigkeiten betrugen dort zwischen 82 km/h (Wilhelmshöher Allee, stadtauswärts) und 101 km/h (Frankfurter Straße, stadteinwärts). Wie berichtet, waren die neuen Blitzer Ende vergangenen Jahres an folgenden Standorten aufgebaut und in Betrieb genommen worden (siehe auch nebenstehende Grafiken): an der Wilhelmshöher Allee (Höhe Sophienstraße, geblitzt wird in beide Richtungen), an der Bundesstraße 83 (in Höhe Lilienthalstraße, ebenfalls in beide Richtungen), an der Frankfurter Straße (Höhe Horst-Dieter-Jordan-Straße, stadteinwärts) und am Steinweg (in wechselnden Fahrtrichtungen).

Die neuen Anlagen stammen von der Firma Jenoptik Robot GmbH in Monheim am Rhein. Die knapp 47 000 Verstöße, die sie in den ersten neun Betriebswochen feststellten, sind eine ganze Menge. Zum Vergleich: Bei der Kasseler Blitzeraffäre 2012 waren an fünf Standorten im Stadtgebiet stationäre Blitzer aufgestellt. Nach sieben Monaten Betrieb waren etwa 17.000 Autofahrer geblitzt worden.

95 Prozent Verwarnungen

Wie Stadtsprecher Happel-Emrich berichtet, kann über die Strafgeldzahlungen, die durch Verstöße an den neuen Blitzern angezeigt wurden, noch nichts Definitives gesagt werden. Die Verfahren hätten eine gewisse Bearbeitungsdauer und seien davon abhängig, ob die Verwarnungs- oder Bußgelder gezahlt würden oder ob dagegen Widerspruch eingelegt würde. 95 Prozent der festgestellten Verstöße liegen laut Happel-Emrich im Verwarnungsgeldbereich. Das heißt: Die zulässige Höchstgeschwindigkeit wurde bei Autos um bis zu 20 Stundenkilometer überschritten (nach Abzug der Toleranz von acht Studenkilometern).

Die Verwarngelder liegen zwischen 15 und 25 Euro. Darüber hinaus werden Bußgelder fällig, die nicht über die Stadt, sondern über die Bußgeldstelle des Regierungspräsidiums eingefordert werden.

Rubriklistenbild: © Henrik Wiemer

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