Feier der Kreishandwerkerschaft mit Amtübergabe: Erstmals Frau an der Spitze

Sie sind Meister ihres Fachs: Bei der Feier der Kreishandwerkerschaft in den Räumen der Kasseler Sparkasse an der Wolsschlucht erhielten insgesamt 71 Handwerksmeister ihre Urkunden. Vorne im Bild Heiko Franke (Installateur und Heizungsbauer), Andreas Umbach (Kfz-Techniker), Adnan Neslanovic (Kfz-Techniker), Silke Teutenberg (Friseurin) und Philipp Flohr (Dachdecker). Fotos: Malmus

Kassel. Die frischgebackenen Handwerksmeister brauchten am Samstag eine ordentliche Portion Geduld, bis sie ihre Urkunden endlich in den Händen hielten. Denn mit der Meisterfeier in der Halle der Kasseler Sparkasse an der Wolfsschlucht endete zugleich eine Ära.

Der langjährige Kreishandwerkmeister Bernd-Peter Doose übergab sein Amt an Nachfolgerin Alexandra Kaske-Diekmann. Mit der Friseurmeisterin aus Kassel steht erstmals eine Frau an der Spitze der Kreishandwerkerschaft.

Versüßter Abschied: Die neue Kreishandwerksmeisterin Alexandra Kaske-Diekmann hatte ihrem scheidenden Vorgänger Bernd Peter Doose eine Torte mit dem alten Zeichen der Kreishanderwerkerschaft Kassel mitgebracht.

Doose, der das Ehrenamt an der Spitze der Kreishandwerkerschaft 18 Jahre innehatte und sich seit über 45 Jahren für das Handwerk engagiert, wurde mit der silbernen Ehrennadel der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kreishandwerkerschaften ausgezeichnet. Die Kasseler ernannten den 70-Jährigen zudem zu ihrem Ehrenkreishandwerksmeister. „Sie waren eine unüberhörbare Stimme und ein unermüdlicher Interessenvertreter des Handwerks“, lobte Festredner Oberbürgermeister Hilgen den Kasseler Malermeister. Das werde sich nicht ändern, machte Doose in ergreifenden Worten vor den 350 Gästen klar: „Ich werde immer für das Handwerk dasein, denn es war und ist mein Leben.“

Zuvor hatte der scheidende Handwerker-Chef die 71 neuen Meister beglückwünscht: „Sie sind unsere Leistungsträger, die die Zukunft des Handwerks darstellen.“ Zugleich bekräftigte er das in Europa einzigartige Modell der Meisterausbildung. Angriffe darauf müsse man mit Entschiedenheit abwehren. Auch OB Hilgen appellierte in der Festrede an die EU-Politik, „das zu sichern, was sich bewährt hat“. Dazu gehöre der Meisterbrief. Er lobte das Handwerk als Stabilitätsfaktor auch in der regionalen Wirtschaft. Hier gebe es doppelte Wechselwirkungen: Einerseits sei die wirtschaftlich gute Entwicklung in Kassel und Umgebung eine gute Voraussetzung für den beruflichen Erfolg der neuen Meister. Andererseits seien diese selbst Teil der positiven Entwicklung. Eine Region lebe davon, dass es Menschen gibt, „die etwas können, die etwas wollen und die etwas tun.“

Heinrich Gringel, Präsident der Handwerkskammer Kassel, forderte die Jungmeister auf, auch Vorbild für den Nachwuchs zu sein, der zunehmend zum Abitur und zum Master statt zum Meister tendiere. Die Wirtschaft brauche aber auch Menschen, die anpacken. Dazu passte die Definition die Regierungspräsident Walter Lübcke für den Meisterbrief lieferte: Er sei „der Doktortitel der beruflichen Praxis“.

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