700 Tänzerinnen und Tänzer kamen in die Aueparkhalle

Mekka der tanzenden Mariechen: Turnier in Kassel

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Aus ganz Deutschland reisten die Tänzerinnen an: Auf unserem Foto ist Hermela Linz vom Wasunger Carneval Club bei ihrem Auftritt in der Aueparkhalle zu sehen.

Kassel. Es ist der Traum vieler Mädchen: Mit Dreispitz, Uniformjacke, Rock und fliegenden Zöpfen wirbeln bereits Fünfjährige über die Bühne.

Wenn die Musik verstummt, fängt das bange Warten an. Mit Stofftier und Urkunde im Arm blicken die Tanzmariechen auf die Jury. Je nach Wertung gibt es Luftsprünge und auch das ein oder andere Tränchen abseits der Bühne. Beim 50. Gardetanzturnier in der Kasseler Aueparkhalle traten am Wochenende aber nicht nur Tanzmariechen aus dem gesamten Bundesgebiet gegeneinander an. Insgesamt 700 Tänzerinnen und einige wenige Tänzer kämpften in unterschiedlichen Disziplinen und Altersgruppen um die ersten Plätze. Denn wer es dorthin schaffte, konnte sich für die Halbfinals der Deutschen Meisterschaften im nächsten Jahr qualifizieren.

Mit den Tanzeinlagen beim Karneval habe der Wettkampf wenig zu tun, sagt Jacqueline Butzmann, Vorsitzende des Vereins für Tanzsport in Kassel, der das Turnier seit 1968 ausrichtet. Der sportliche Gardetanz erfordere intensives Training. Vier bis fünf Mal pro Woche würden die meisten der Mädchen und Jungen üben. „Da lernen sie Disziplin“, sagt Butzmann.

Das Publikum sah Mädchen, die aus dem Sprung in den Spagat rutschten, sich nach hinten wie vorne überschlugen, rasante Pirouetten drehten und bei all dem stets lächelten. Die von ihren Trainern selbst entwickelten Choreografien vereinten Elemente des Balletts, der Akrobatik und des Volkstanzes. Den Rhythmus gaben meistens Walzer-, Polka- und Marschmusik vor.

In die Jurywertung flossen auch die Kostümierung und die Ausstrahlung ein. Wobei es etwa Abzüge für übertriebene Mimik und maskenhaftes Lächeln gab. Maximal konnte jedes der sieben Jurymitglieder 100 Punkte vergeben, wobei 80 Punkte schon eine hohe Hürde waren. Schön zu beobachten war, dass sich alle Konkurrentinnen vor ihrem Auftritt umarmten und Glück wünschten.

Neben den Einzelauftritten gab es am Samstag und Sonntag Tanzgarden, Schautanzgruppen und Paartänze zu bestaunen. Wobei es für die 59 vertretenen Vereine immer schwierig sei, für die Paartänze genug tanzbegeisterte Männer zu finden, sagt Butzmann.

Der Gardetanz scheint eben doch vor allem ein Mädchentraum zu sein.

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