Alszus, Schnucken und Mähren

Memory jetzt ma annersder - Mundart-Variante der HNA

So sieht es aus, das Kassel-Memory: Das verbindet heimische Mundartbegriffe wie das Mähren mit der bekannten Spielidee. Es gibt 30 Karten mit 15 Begriffspaaren.
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So sieht es aus, das Kassel-Memory: Das verbindet heimische Mundartbegriffe wie das Mähren mit der bekannten Spielidee. Es gibt 30 Karten mit 15 Begriffspaaren.

Kassel – Es gibt zwar schon einige Spiele mit Kassel-Bezug, aber dieses hat noch gefehlt. Ab sofort ist ein Memory-Spiel auf dem Markt, das voll und ganz dem heimischen Zungenschlag gewidmet ist.

Denn wer alszus etwas zu mähren hat, weil die ahle Wurscht schon wieder alle ist, der kommt hier voll auf seine Kosten. Und auch diejenigen, die noch üben wollen, haben mit dem Spiel die Möglichkeit, ihre Sprachkenntnisse zu erweitern.

Das Memory, das mit Bordmitteln der HNA entwickelt wurde, funktioniert nach den altbekannten Regeln. Auf dem Tisch liegen – natürlich verdeckt – in diesem Fall 30 Kärtchen. Die sind farblich unterschiedlich und mit so schönen Begriffen wie ’s schigged, mähren und alszus beschriftet. Und immer in Verbindung mit der hochdeutschen Übersetzung, die in gleicher Reihenfolge es reicht, meckern und immerzu lautet. Dafür gibt es Vorbilder wie die Mundartplakate und Postkarten, die schon eine Weile auf dem Markt sind.

Unter dem Strich ist das eine sehr schöne Idee, die ja auch ein Stück zum heimischen Selbstbewusstsein beiträgt. Wer schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat und in Nordhessen aufgewachsen ist, wird sich daran erinnern: Platte zu sprechen, war nicht gerade angesagt, um es mal vorsichtig auszudrücken. Während der spitze Stein aus Norddeutschland, die Berliner Schnauze, die kölsche Frohnatur mit entsprechender Sprachfärbung oder der selbstbewusste Bayer noch durchgingen, war die heimische Schnucketüte weniger angesagt. Umso mehr, wenn man dabei die Hände in den Kippen hatte oder bei Völlegefühl über Wandsdrammeln klagte.

Da hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Und so wundert es nicht, dass einige der gerade genannten Begriffe auch beim Memory „Ma annersder“ vorkommen. Denn genau so heißt das Spiel zum Gedächtnistraining in heimischer Mundart. Das ist übrigens für fast alle Altersstufen geeignet. Vielleicht nicht für die Allerjüngsten. Aber spätestens im Kindergartenalter dürften die Wändsde den Ahlen zeigen, dass sie das Spiel einfach besser beherrschen. Das ist beim Memory immer so, da macht die Mundartvariante keine Ausnahme.

Für die könnte man sich übrigens auch schon eine Fortsetzung vorstellen. Dann vielleicht mit Fotos von Sehenswürdigkeiten wie dem Herkules, der Löwenburg und der Orangerie. Oder mit Kunstwerken, die nach einer documenta in Kassel geblieben sind. Vom Himmelsstürmer über bis zum Penone-Baum und der Spitzhacke.

Das Memory-Spiel „Ma Annersder“ gibt es ab sofort in allen Geschäftsstellen der HNA. Es besteht aus 30 Karten mit 15 Wortpaaren. Für HNA-Abonnenten kostet es 5,90 Euro, ansonsten 7,90 Euro. (Thomas Siemon)

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