Prüfung durch Spitzenkoch

Mensa im Test: So gut schmeckt das Essen an der Uni Kassel

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Jetzt geht’s los: Spitzenkoch Eduard Jaisler mit den für den Test ausgewählten Speisen. Besonders gut hat ihm der Weichweizen mit den Zucchini geschmeckt. Schlechte Noten gab es für den Wackelpudding.

Kassel. Satt und günstig: Mehr erwarteten Studenten früher nicht von ihrer Mensa. Inzwischen hat sich kulinarisch aber viel getan. Wir stellten mit dem Kasseler Spitzenkoch Eduard Jaisler vom Restaurant Park Schönfeld die Zentralmensa auf den Prüfstand. Mit überraschendem Ergebnis.

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In der Zentralmensa werden täglich 3000 bis 4000 Menschen verpflegt. In diesen Dimensionen kocht Eduard Jaisler, der schon für Spitzenrestaurants in London, Berlin und Moskau gearbeitet hat, nicht. Deshalb hat unser Tester bei seiner Bewertung berücksichtigt, dass es sich um Speisen einer Großküche handelt, deren Produkte günstig eingekauft werden müssen. Dafür hat die Kasseler Zentralmensa einen äußerst guten Eindruck bei dem 31-jährigen Gourmet hinterlassen.

Aber er machte auch einige Schwachstellen aus. Bewertet wurden Optik, Geschmack, Qualität der Ware und das Preis-Leistungs-Verhältnis. Besonders letzteres hält Jaisler für unschlagbar. Für die zwei Hauptgerichte und alle sechs Beilagen (zwei waren inklusive) zahlen Studenten 7,70 Euro und Gäste 11,90 Euro.

Das Studentenwerk konnte sich in den vergangenen Jahren schon mehrfach über Anerkennung für seine Mensen freuen. So wurde etwa das Bistro K10 am Campus Holländischer Platz schon drei Mal unter die besten drei Mensen beim bundesweiten „Mensa des Jahres“-Wettbewerb des Magazins Unicum gewählt.

Mensa-Essen an der Uni Kassel im HNA-Test

Mensaessen
Der Weichweizen mit Zucchini versetzt Jaisler in Begeisterung. „Frische Zucchini, liebevoll angerichtet mit frischer Petersilie und mit Paprikapulver bestäubt. Das Gericht gibt’s in guten Gaststätten nicht besser.“ Bewertung: Gut © HNA/Koch
Mensaessen
Die Größe des Putenschnitzels lobt Jaisler. „Es ist goldig gebraten, aber leider nicht mehr kross.“ Die Sauce ist ihm zu tomatig, die Kartoffeln seien industriell geschält, aber als Schmelzkartoffel verbessert. Bewertung: Mittelmäßig © HNA/Koch
Mensaessen
Der Gurkensalat ist ein Klassiker in der Zentralmensa. „Der ist heute frisch gemacht worden, schön knackig und hat eine angenehme Säure“, urteilt Jaisler. Pluspunkte gibt es für Kräuter und Dill. Bewertung: Gut © HNA/Koch
Mensaessen
„Die Karotten sind frisch und der Salat ist mit etwas O-Saft abgeschmeckt“, lobt Jaisler. Er hätte aber noch „etwas Fruchtiges“ dazu gemacht, zum Beispiel Rosinen oder Datteln. Bewertung: Mittelmäßig © HNA/Koch
Mensaessen
Nach dem ersten Löffel von der roten Götterspeise verzieht Jaisler das Gesicht. „Extrem süß, extrem künstlich.“ Auch die Vanillesoße sei schon angetrocknet. „Das würde ich nicht essen.“ Bewertung: Schlecht © HNA/Koch
Mensaessen
Eigentlich liebt Eduard Jaisler Rote Beete. „Aber diese hier sind Konservenware. Und dann dazu noch diese lieblose Birne aus der Dose.“ Die Birne will er lieber gar nicht erst probieren. Bewertung: Schlecht © HNA/Koch
Mensaessen
Der Linsensalat kommt bei Jaisler sehr gut an. „Mit Kreuzkümmel und Curry abgeschmeckt. Sehr lecker.“ Einziger Wehrmutstropfen: Die Linsen wären lauwarm noch etwas besser gewesen. Bewertung: Gut © HNA/Koch
Mensaessen
Der Magerjoghurt mit Heidelbeeren ist aus Sicht von Jaisler ebenfalls gelungen. „Der ist selbstgemacht und wenig gezuckert.“ Die Tiefkühl-Heidelbeeren seien eben dem günstigen Preis geschuldet. Bewertung: Gut © HNA/Koch

Auf einer Skala von 1 bis 10 sollte Eduard Jaisler das Essen insgesamt bewerten. Dabei hat der Koch nach folgenden Kategorien unterschieden.

Geschmack: 7

Optik: 6

Qualität der Produkte: 6

Preis-Leistung: 10

Atmosphäre in der Mensa: 9

Video: Unser Mensa-Test des Spitzenkochs

Unser Koch-Tester Eduard Jaisler

Eduard Jaisler (31) wurde in Kasachstan geboren. Seine Familie zog 1997 nach Kassel, wo er im Restaurant „Gutshof“ seine Kochausbildung machte. Es folgten Stationen unter anderem im Hotel Adlon Kempinski Berlin, im Hotel Baltschug Kempinski Moskau und im „Les Trois Rois“ in Basel. Seit 2012 leitet er das Restaurant Park Schönfeld mit seiner Partnerin. (bal)

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