Sieben Notschlafcontainer geöffnet

400 Menschen in Kassel auf Suche nach Obdach

Kassel. Bis Ende Dezember wird sich die Zahl der Menschen, die in Kassel ohne Wohnung sind und ein Obdach suchen, auf 400 summiert haben. Damit rechnet Walter Scharenberg vom Kasseler Verein Soziale Hilfe. Die Zahl der Obdachlosen bewegt sich somit in Kassel weiter auf einem hohen Niveau.

Für die kalte Jahreszeit hat der Verein Soziale Hilfe in Kooperation mit dem Sozialamt jetzt wieder sieben Notschlafcontainer im Stadtgebiet aufgestellt. Um kurzfristig alleinstehenden Wohnungslosen Obdach zu bieten und sie damit unter Umständen vor dem Erfrierungstod zu bewahren, steht außerdem eine Einraumwohnung zur Verfügung.

In den zurückliegenden Jahren war die Zahl der Obdachlosen in Kassel kontinuierlich gestiegen. Während 2010 insgesamt 337 Menschen ohne Wohnung die Beratungsstelle des Vereins aufgesucht hatten, so war deren Zahl 2011 auf 388 gestiegen. Auch das Wohnungslosen-Café an der Kölnischen Straße verzeichnet Zuwächse an Besuchern: Die Zahl hat sich bei jährlich 540 eingependelt.

Die Stadt Kassel investiert in das Hilfsangebot Notschlafstellen in diesem Jahr 60.000 Euro. Stadtkämmerer und Sozialdezernent Dr. Jürgen Barthel (SPD) sagt dazu: „Die Arbeit des Vereins Soziale Hilfe ist für die betroffenen Menschen und unsere Stadt enorm wichtig.“

Bundesweit rechnet die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Wohnungslosenhilfe damit, dass in diesem Winter noch mehr Wohnungslose auf der Straße leben als in den Jahren zuvor.

Ihre Zahl ist von 2008 bis 2010 um zehn Prozent auf 248.000 Personen geklettert. Bis 2015 prognostiziert die BAG einen Anstieg der Wohnungslosigkeit um zehn bis 15 Prozent auf dann bis zu 280.000 Menschen. Das erste Todesopfer in Deutschland hat es Anfang November in Rostock gegeben, wo ein Obdachloser in einem Park erfroren war.

Rubriklistenbild: © dpa

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