Ortsbeirat fordert Nachbesserungen

Fahrradstraße: Schilder verwirren enorm

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Unverständlich: Das Schild Ende der Tempo-30-Zone verwirrt viele Autofahrer, denn in einer Fahrradstraße darf ohnehin nicht schneller als 30 km/h gefahren werden.

Kassel. Nach wie vor stolz sind die Südstädter darauf, dass in ihrem Stadtteil in der Menzelstraße im Jahr 2009 die erste Fahrradstraße der Stadt eingerichtet wurde. Ein Ärgernis ist geblieben: der verwirrende Schilderwald.

 Aus diesem Grund befasste sich erneut der Ortsbeirat der Südstadt mit dem Thema und fordert eine Nachbesserung.

Warum die Tempo-30-Zone auf Schildern aufgehoben wird, obwohl auf einer Fahrradstraße nur Tempo 30 gefahren werden darf, sei nicht nachvollziehbar, meinen die Ortsbeiratsmitglieder.

Kritik am Schilderwald übte während der Ortsbeiratssitzung auch der Elternvertreter Friedhelm Schmidt vom Förderverein des Kindergartens Landaustraße: „Was nützt uns eine Fahrradstraße, wenn hier keiner kontrolliert, ob Tempo 30 eingehalten wird?“ Er beobachte, dass die Menzelstraße zunehmend als Umgehung der Frankfurter Straße genutzt wird. Diese Autofahrer führen dann häufig schneller als erlaubt.

Nur für Anlieger

Die Veränderung der Straße bestand 2009 hauptsächlich in der Beschilderung, heißt es aus dem Kasseler Straßenverkehrsamt. Und die geschah üppig: Die Schilder „Fahrradstraße“ und „Ende einer Fahrradstraße“ begrenzen die Vorrangstrecke für Fahrradfahrer. Die Straße ist nur noch für Anlieger frei. Fahrräder haben Vorrang, was an jeder Einmündung ausgeschildert ist.

Maximal Tempo 30

Da auf einer Fahrradstraße alle Fahrzeuge maximal 30 km/h fahren dürfen, ist die ausgeschilderte Tempo-30-Zone an dieser Stelle nach der Verkehrsordnung aufgelöst, heißt es aus dem Rathaus. Deshalb befänden sich dazu die entsprechenden Schilder mit der durchgestrichenen 30 an den Zufahrtsstraßen wie Heinrich-Heine-Straße, Mozart-, Akademie- und Beethovenstraße. „Das versteht kaum ein Mensch“, sagt Roland Schäfer (Grüne): „Die Leute denken, Tempo-30 ist aufgehoben und fahren schneller.“

Für das Straßenstück von der Kita Landaustraße bis zum Stadionvorplatz sind insgesamt 54 Schilder aufgestellt worden. Allein auf den knapp 80 Metern von der Straße An der Karlsaue bis zur Einmündung der Johannesstraße stehen 14 Schilder. Mit den bereits vorhandenen Zeichen sind es auf diesem kurzen Stück 19 Verkehrsschilder.

„Das ist absurd“, sagt Doenst. „Gleichzeitig fordert die Stadt uns Ortsbeiräte auf, mitzuhelfen, Schilder zu reduzieren.“

Von Christina Hein

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