Keine weiteren Produktionspausen

Mercedes Kassel: Werksleiter sieht Ende der Durststrecke

Mercedes Kassel: Werksleiter sieht Ende der Durststrecke

Kassel. Beim Daimler-Achsenwerk in Kassel zeichnet sich ein Ende der zuletzt flauen Auftragslage ab. „Für nächstes Jahr planen wir auf jeden Fall wieder höhere Produktionszahlen“, sagte Werksleiter Ludwig Pauss am Dienstag.

In der gedruckten Hessischen Allgemeinen von Mittwoch lesen Sie außerdem: Kasseler Mercedes-Werk hat weltweit neues Produktionsverfahren für Achsbrücken entwickelt

Der Konzern gehe davon aus, dass sich der schwächelnde Nutzfahrzeugmarkt in Südeuropa wieder stabilisiere. „Wir erwarten keine weiteren Rückgänge“, sagte Pauss. Nach einer starken ersten Jahreshälfte hatte die Standortleitung ihre Prognose dämpfen müssen, 2012 noch mehr Achsen abzusetzen als die 520 000 Einheiten des Rekordjahres zuvor.

Nach Angaben von Pauss werden es nun etwa 20 000 weniger sein. Wegen zuletzt rückläufiger Absätze bei schweren Lkw gibt es seit Oktober jeden Freitag Produktionspausen in Teilen des Kasseler Achsenwerks. Inzwischen sei aber beschlossen, dass am letzten Freitag im November entgegen ursprünglicher Pläne wieder voll gearbeitet werde. Auch werde die übliche Feiertagsruhe am Jahresende werde nicht länger ausfallen als im Vorjahr, ergänzte Betriebsratschef Dieter Seidel.

An dem Standort mit 2900 Beschäftigten sind derzeit gut 100 Leiharbeiter tätig, und das bleibe vorerst auch so, sagte Werksleiter Pauss. „Wir gehen davon aus, dass wir diese Leute weiterhin brauchen werden.“ Zum einen laufe die Nachfrage nach Geländewagen-Achsen außerordentlich gut. Anlass zur Zuversicht gäben zudem verschiedene außerplanmäßige Aufträge, unter anderem aus Brasilien und den USA. Angelaufen sei kürzlich auch die Zulieferung für den russischen Lkw-Bauer Kamaz, bei dem Daimler vor drei Jahren eingestiegen ist.

Und für die Transporter-Baureihen von Mercedes stehe ab 2013 die Einführung neuer, spritsparender Achsen auf dem Plan. Alles in allem, so Pauss, gehe man für 2013 von einer Absatzsteigerung um 10 Prozent im Werk Kassel aus. Dort gebe es nach wie vor „Bereiche, in denen es brummt“, sagte Betriebsratschef Seidel: „Wir haben keinen Anlass, pessimistisch in die Zukunft zu schauen.“ Bei Daimler sei die Lage derzeit besser als bei Konkurrenten im Lkw-Bau.

Mit Blick auf das mäßige vierte Jahresquartal sagten Pauss und Seidel, die Auslastung des Kasseler Achsenbau-Standorts sei im Durchschnitt dieses Jahres immer noch gut. Auch wenn zuletzt an einigen Freitagen teilweise pausiert werde: „Wir sind gar nicht so weit von einer Vollauslastung des Werks entfernt“, sagte Ludwig Pauss. (asz)

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