Pauss geht, Lehmann kommt

Chefwechsel im Mercedes-Benz-Achsenwerk Kassel 

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Wechsel an der Spitze des Mercedes-Benz-Achsenwerks: Ludwig Pauss (links) übergab gestern den symbolischen Schlüssel für das Werktor an Professor Dr. Frank Lehmann. Das Fahrzeug im Hintergrund ist ein sogenannter Rundhauber (L 710) von 1969. 

Kassel. Mit anhaltendem Applaus verabschiedeten hunderte von Mitarbeitern des Mercedes-Benz-Achsenwerks Kassel ihren langjährigen Werkleiter, Ludwig Pauss, in den selbst gewählten Ruhestand.

Der 60-Jährige hat den Standort am vergangenen Freitag an seinen Nachfolger, Professor Dr. Frank Lehmann (56) , übergeben. Pauss war 2005 nach Kassel gekommen und hatte vor sechs Jahren die alleinige Führung des weltweiten Leitwerks für Lkw- und Transporterachsen mit heute 3100 Beschäftigten übernommen. Und er verlässt Kassel nicht ohne ein Abschiedsgeschenk. Wie Pauss gestern mitteilte, hat das Werk den Zuschlag für jährlich 100 000 Hinterachsgetriebe für extrem leistungsstarke Pkw aus dem Konzern erhalten. 

Das Mercedes-Benz-Achsenwerk in Kassel blickt auf eine sehr erfolgreiche Zeit zurück und geht mit vollen Auftragsbüchern ins neue Jahr. Wie Werkleiter Ludwig Pauss gestern im Anschluss an die Betriebsversammlung mitteilte, arbeitet der Standort infolge der insgesamt guten Lkw-, Bus-, Transporter-, Van- und Geländewagen-Konjunktur an der Kapazitätsgrenze. „Die Auftragslage ist gut, und wir gehen für das kommende Jahr von einer ähnlich hohen Auslastung aus“, sagte er im Anschluss an die Betriebsversammlung.

2018 sollen wie bereits in diesem Jahr rund 500 000 Achsen an die Fahrzeug-bauenden Werke im In- und Ausland geliefert werden.

In diesem Zusammenhang lobte Pauss das „tolle Team“. Der Erfolg Kassels sei eine Mannschaftsleistung. Gleichzeitig stellte er die gute Zusammenarbeit sowohl mit dem Betriebsrat als auch mit dem Chef der konzernweiten Antriebstrang-Aktivitäten, Dr. Frank Reintjes, und Produktionsleiter Yaris Pürsün heraus.

Betriebsratsvorsitzender Dieter Seidel gab das Lob an den scheidenden Werkleiter zurück. „Dass der Standort so gut aufgestellt ist, hat nicht nur mit der guten Konjunktur, sondern auch viel mit Ludwig Pauss zu tun“, sagte er. Erstaunlich sei, dass die Auslastung über alle Bereiche hervorragend sei. Das Achsengeschäft sei für alle Segmente auf hohem Niveau stabil, und das Komponentengeschäft nehme seit Jahren kontinuierlich zu.

Zum Bereich Komponenten gehören auch Hinterachsgetriebe. Für den neuen Werkleiter, Professor Dr. Frank Lehmann, ist der Zuschlag für jährlich 100 000 auch Ausgleichsgetriebe genannte Bauteile für besonders PS-starke Pkw aus dem Konzern der Beleg für die „hohe Radsatz-Kompetenz der Kasseler“.

Der gelernte Maschinenschlosser und promovierte Maschinenbau-Ingenieur war seit 1996 in verschiedenen Leitungsfunktionen für die Nutzfahrzeugsparte des Daimler-Konzerns tätig und führte zuletzt das Mercedes-Benz-Lkw-Werk Aksaray in der Türkei.

Pauss, der seinem Nachfolger im Rahmen der Betriebsversammlung den symbolischen Schlüssel für das Werktor übergab, sagte, dass Lehmann sicherlich einige Dinge anders machen werde, gleichzeitig aber auch für Kontinuität im Werk Kassel stehe.

Neben kompletten Achssystemen vom schweren Lkw bis zum leichten Van und Ausgleichsgetrieben stellen die Kasseler auch Gelenkwellen und Radsätze her.

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