Mehrere Interessenten

Kasseler Mercedes-Niederlassung ist begehrt

Bekommt derzeit eine Fassaden- und Fenstersanierung sowie später auch einen Glasanbau. Die Mercedes-Benz-Niederlassung an der Sandershäuser Straße / Dresdener Straße in Bettenhausen. Archivfoto: Schachtschneider

Kassel. Das Interesse an der zum Verkauf stehenden Mercedes-Benz-Niederlassung Kassel-Göttingen scheint groß. Nach Informationen der HNA gibt es mindestens vier Aspiranten für das konzerneigene Autohaus mit 380 Beschäftigten in Kassel und 100 in Göttingen.

Das neue Lkw-Zentrum am Lohfeldener Rüssel mit ebenfalls 100 Mitarbeitern ist von den Verkaufsplänen nicht betroffen.

Bei den Interessenten soll es es sich um die Autohandelsgruppen Schade aus Bad Hersfeld mit Sitz in Eisenach sowie Peter in Nordhausen handeln, die in Thüringen und Niedersachsen tätig ist. Außerdem soll sich die Kath-Gruppe in Rendsburg in Schleswig-Holstein – seit Jahresanfang Teil des weit größeren Schweizer Emil-Frey-Konzerns – für die Niederlassung interessieren. Schade mochte sich auf Anfrage nicht zu dem Thema äußern. Peter war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Mercedes-Benz-Sprecherin Ulrike Bless bestätigte Gespräche mit mehreren Interessenten, nannte aber keine Namen. „Wir äußern uns grundsätzlich nicht zu laufenden Gesprächen und Spekulationen“, sagte sie auf Anfrage.

Ein vierter Interessent soll die familiengeführte Schweizer Emil-Frey-Gruppe sein – ein mittlerweile europaweit tätiger Autohandels- und Dienstleistungskonzern mit 7000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 7,5 Milliarden Euro. Allein in Deutschland betreibt er 80 Standorte mit 3800 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 2,36 Milliarden Euro (2014) und ist damit die Nummer eins unter den Autohändlern.

Frey ist vor allem im Südwesten, im Rhein-Main- und Ruhrgebiet sowie in Schleswig-Holstein aktiv. 2014 verkauften die Schweizer bundesweit 86 000 Neu- und 23 000 gebrauchte Fahrzeuge. Gehandelt werden 26 Marken. In der Region sind die Schweizer weitgehend unbekannt, betreiben aber in Vellmar ein Logistikzentrum für ihr Ersatzteilgeschäft, das sie in der EFA Autoteile GmbH gebündelt haben.

Der Frey-Gruppe werden schon wegen deren Größe die besten Chancen auf den Zuschlag eingeräumt. Ihnen traut man zu, auch die Niederlassung Braunschweig zu übernehmen, die zum selben Verbund wie Kassel-Göttingen gehört und ebenfalls weg soll.

Grund für den Verkauf sind rote Zahlen. Nach unbestätigten Informationen fährt der Daimler-Konzern mit seinen Niederlassungen einen dreistelligen Millionenverlust im Jahr ein. Weit schwerer wiegen aber die hohen Pensionsverpflichtungen gegenüber den Mitarbeitern. Wie berichtet, will der Daimler-Konzern 63 seiner bundesweit 158 Niederlassungen verkaufen. Bei vielen ist dies bereits gelungen, bei anderen wie der in Kassel und Göttingen laufen die Verhandlungen.

Bedingungen für einen Zuschlag sind unter anderem die Einhaltung der Mercedes-Benz-Standards und die Übernahme aller Mitarbeiter. Viele von ihnen sorgen sich um Jobs und Besitzstand.

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