Hotel in der Kurfürsten-Galerie wechselt Marke, bleibt wirtschaftlich aber eigenständig

Mercure wird Best Western

Hotel unter neuer Flagge: An den Fassaden der Kurfürsten-Galerie wechseln Klaus Fischer (links) und Stefan Ruß von der Firma Leuchtwerbung Halle die Werbeschilder aus. Das Viereinhalb-Sterne-Haus heißt nun „Best Western Plus Hotel Kassel City“. Foto: Schwarz

Kassel. Am Telefon des Hotels in der Kurfürsten-Galerie brauchen Rezeptionsmitarbeiter derzeit einen langen Atem und Anrufer ein gutes Gehör: „Best Western Plus Hotel Kassel City, ehemals Mercure Hotel Kassel, Sie sprechen mit ...“ lautet die standardisierte Begrüßung. Dahinter steckt ein Markenwechsel, den das Viereinhalb-Sterne-Hotel seit Anfang des Monats vollzieht.

Seit Donnerstag werden Internetkunden, die die gewohnte Anfrage mercurehotelkassel.de eingeben, auf das Erscheinungsbild und Buchungssystem der weltgrößten Hotelkette Best Western umgeleitet. An der Fassade der Einkaufsgalerie, in deren Gebäude sich das 128-Zimmer-Haus befindet, sollen heute die letzten Werbetafeln ausgewechselt werden.

Außer dem neuen Namen ändere sich für die Gäste nichts, sagte Hoteldirektor Jürgen Peter Waindok. Die erklärende Telefonansage werde „wohl noch den März hindurch“ verwendet, um Buchungs-Stammkunden Orientierung zu geben: „Bei uns kommen 60 Prozent aller Buchungen nach wie vor per Telefon.“ Im Haus steigen überwiegend Geschäftsleute ab, etwa jeder Vierte kommt laut Waindok aus dem Ausland.

Das Hotel bleibe unternehmerisch weiterhin eigenständig, erläuterte der Direktor. Der Markenwechsel sei eine Grundsatzentscheidung der Eigentümer des Kasseler Hauses. Das ist die Hamburger RIMC-Gruppe, die 40 Hotels in sieben Ländern als sogenannter stiller Betreiber nicht unter eigenem Namen führt, sondern dafür die Marken diverser internationaler Hotelketten im Franchise-System nutzt. Mit der Accor-Gruppe, zu der die Hotelmarke Mercure gehört, hat RIMC laut Waindok „die Zusammenarbeit gänzlich beendet“.

Wenn sich auch im täglichen Betrieb nichts ändern soll: In den vergangenen Monaten sei sehr viel Detailarbeit nötig gewesen, um das Kasseler Haus unter neuer Marke zu positionieren, erzählte Waindok. Für den Austausch sämtlicher Drucksachen und aller Hotelartikel, die das alte Markenlogo tragen, seien Kosten „im fünfstelligen Bereich“ angefallen. Zudem könne man eine neue Hotelmarke nicht einfach so kaufen: Ende Februar hätten Qualitätsprüfer des neuen Partners in jede Ecke des Hauses geblickt und erst dann die Einstufung in die gehobene Konzernkategorie „Best Western plus“ beglaubigt. Beliebiges Beispiel aus Hunderten Kriterien des 32 Seiten langen Anforderungskataloges: Die extra flauschigen Badetücher in den Plus-Häusern dürfen nicht weniger als 500 Gramm wiegen.

Mit viereinhalb Sternen war das Innenstadthotel lange Zeit das höchstbewertete Haus in Kassel, bis vor Kurzem das Schlosshotel nachgezogen hat. Nach Eröffnung der Kurfürsten-Galerie 1991 hatte die Schweizer Mövenpick-Kette fast 20 Jahre lang das Hotel im Gebäude betrieben. 2010 stieg dann RIMC ein und brachte Waindok als Direktor mit.

Zur Best-Western-Kette gehört in Kassel außerdem noch das Kurfürst Wilhelm I. am Bahnhof Wilhelmshöhe.

Von Axel Schwarz

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