Gericht stellt Verfahren gegen zwei Männer ein

Messerattacke am Stern in Kassel bleibt ungeklärt

Schöffen vor Gericht
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Der Amtsrichterin gelang es nicht, Licht in das Dunkel der Geschehnisse vom 12. Oktober 2019 zu bringen. 

Alle Bemühungen der Amtsrichterin, Licht in das Dunkel der Geschehnisse vom 12. Oktober 2019 in Höhe der Kreuzung Stern in Kassel zu bringen, blieben vor dem Kasseler Schöffengericht vergeblich.

Kassel – Zu unklar und konfus wirkten am Dienstag die Aussagen des Zeugen, der gleichzeitig auch das Opfer bei einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Männern an dem fraglichen Nachmittag gegen 17 Uhr geworden war.

Das Verfahren gegen die zwei Angeklagten wurde deshalb eingestellt, die Kosten trägt die Staatskasse.

Fest stand letztlich nur eines: Ein 23-jähriger Mann war in Folge der Streitigkeiten zwischen zwei Gruppen durch einen Schlag auf den Kopf und zwei Stiche mit einem Messer in den Rücken erheblich verletzt worden. Zeugen hatten die Auseinandersetzung und die folgenden Tätlichkeiten gesehen und die Polizei alarmiert. Als Tatverdächtige waren zwei Männer aus Kassel und Rodgau, beide afghanischer Herkunft, ermittelt worden. Sie wurden von der Staatsanwaltschaft deshalb der schweren Körperverletzung angeklagt.

Bei der Befragung des 23-Jährigen durch Richterin Ferchland ergab sich kein schlüssiges Bild dessen, was am 12. Oktober 2019 geschehen war. Der Zeuge schilderte, dass er und andere von mehreren Männern angegriffen worden seien, er habe sich hinter einem Müllbehälter versteckt, die anderen seien weggelaufen. Entgegen der ursprünglichen Aussage bei der Polizei behauptete er nun, da schon mit einem Messer in den Rücken gestochen worden zu sein.

Wie viele Personen insgesamt beteiligt waren, wieso es zum Streit gekommen war, wer ihn verletzt hatte, warum alle davonliefen, wieso er die Angreifer seinerseits mit Pfefferspray und Messer bedroht hatte (was laut Richterin auch ein Vergehen wäre), wie mögliche Augenzeugen heißt: All das konnte der 23-Jährige nicht glaubhaft erläutern. „Andere haben gesagt, dass es der Angeklagte war, der mich geschlagen hat“, sagte er. Selbst gesehen hatte er es nicht.

Angesichts der sehr unklaren Aussagen des Zeugen, die nicht sehr glaubwürdig seien, stellte die Richterin im Einvernehmen mit den Anwälten der beiden Angeklagten und der Staatsanwältin das Verfahren wegen schwerer Körperverletzung ein. Was tatsächlich passiert war am späten Nachmittag im Oktober 2019 und warum, konnte gerichtlich nicht geklärt werden.  ula

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