Land setzt auf Geld vom Bund

Messinghof-Sanierung verschiebt sich erneut

Zwischen 2,6 und drei Millionen Euro wird die Sanierung des Gießereiflügels des Messinghofs in Bettenhausen noch kosten. Das Land will Unterstützung gewähren, wartet aber noch die Neuauflage des Denkmalschutz-Sonderprogramms des Bundes ab. Foto: Naumann

Kassel. Ganz so schnell wird es mit den Fördermitteln für die weitere Sanierung des denkmalgeschützten Messinghofs in Bettenhausen doch nicht gehen. Ebensowenig steht bislang die Höhe der in Aussicht gestellten Mittel fest.

„Es gibt lediglich die Zusage, dass grundsätzlich eine Förderung vorgesehen ist“, sagt Katrin Bek, Sprecherin des Landesamts für Denkmalpflege Hessen mit Sitz in Wiesbaden. Das sei mit dem Kasseler Autohändler und Messinghof-Eigentümer Peter Glinicke auch so verhandelt worden. „So werden wir den Messinghof im Zuge der nächsten Auflage des Denkmalschutz-Sonderprogramms des Bundes vorschlagen.“ Mit Ergebnissen sei allerdings erst frühestens Mitte des Jahres zu rechnen.

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Glinicke war zunächst davon ausgegangen, schon im ersten Quartal 2014 einen Förderbescheid zu erhalten. Auch über die Höhe der Fördersumme hat der Geschäftsmann schon eine klare Vorstellung. „Ich rechne mit etwa 30 Prozent Unterstützung“, sagt Glinicke. Noch 2,6 bis drei Millionen Euro wird nach seinen Angaben die Sanierung des historischen Gießereiflügels kosten. In die Wiederherstellung des Torhauses und des Vorplatzes hat Glinicke bereits 1,4 Millionen Euro gesteckt.

Dass Glinicke jetzt doch länger auf Förderzusagen warten muss, bringt ihn nicht aus der Ruhe. Für ihn bleibt klar: „Solange ich keinen Bescheid in den Händen halte, werde ich am Messinghof nichts weiter machen. Ich kann nicht immer in Vorleistung gehen.“

Wann aber genau das inzwischen fünfte Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes aufgesetzt wird, darüber kann auch das hessische Landesamt für Denkmalpflege nur spekulieren. „Fakt ist, dass die Neuauflage des Programms fester Bestandteil des Koalitionsvertrages der Regierungsparteien ist“, sagt Prof. Dr. Gerd Weiß, Leiter des hessischen Landesamtes für Denkmalpflege. Aktuell sei jedoch weder klar, wie das Programm finanziert werde, noch wann es starte, noch wann Förderentscheidungen getroffen würden.

Problem sei, dass das Land Hessen auf dieses Sonderprogramm angewiesen sei, um möglichst viel Fördergelder für den Messinghof freischlagen zu können. „Zwar könnten wir Glinicke schon eine Zusage aus Landsmitteln machen, dann aber würden wir vom Bund nichts mehr bekommen“, sagt Weiß. Grund: Das Programm des Bundes sei einzig als Ergänzungsförderung angelegt. „Hier werden Gelder nur dann ausgeschüttet, wenn das Land zuvor förderwürdige Objekte entsprechend beantragt hat.“

So wird die Sanierung des Messinghofs erneut auf sich warten lassen. Glinicke sieht es gelassen: „Jahrzehnte hat sich hier nichts getan. Da wird ein Jahr mehr oder weniger kaum ins Gewicht fallen.“

Hintergrund

Das rund 30 Millionen Euro schwere Denkmalschutz-Sonderprogramm wird jährlich vom Bund neu aufgesetzt. Das Geld wird auf etwa 200 Denkmalschutz-Projekte verteilt. Dann übernimmt der Bund bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten, den Rest trägt das Land. (bon)

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