Fünf Millionen Euro teure Sanierung

Messinghof strahlt zur documenta: Laser zum Herkules geplant

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Mit Herzblut bei der Sache: Autohändler Peter Glinicke saniert seinen Messinghof und will ihn anschließend auch bei Veranstaltungen für die Bevölkerung öffnen.

Bettenhausen. Peter Glinicke hat ein festes Ziel vor Augen: Der Autohändler aus Kassel will die Sanierung des Messinghofs in Bettenhausen, den er 2010 gekauft hat, bis Juni nächsten Jahres abschließen.

Denn dann beginnt die documenta in Kassel und der 300. Geburtstag des Herkules wird gefeiert, der einst im Messinghof hergestellt wurde.

Insgesamt fünf Millionen Euro wird die Sanierung am Ende gekostet haben, für die der Unternehmer von Land und Bund unterstützt wird. Während das Torhaus, das Kutscherhaus und die Hoffläche bereits vor einigen Jahren wieder instandgesetzt wurden, laufen aktuell die Arbeiten am Gießereiflügel. „In zwei Wochen sollen die Außenarbeiten beendet werden“, sagt Glinicke. Anschließend werde der Innenausbau weiter vorangetrieben.

Torbögen rekonstruiert

In den vergangenen Monaten waren der Dachstuhl samt Gauben komplett erneuert und die Fassaden instandgesetzt worden. Von den vier Torbögen waren drei nachträglich zugemauert worden und mussten rekonstruiert werden. Zudem wurden etliche Steine ausgetauscht, da Löcher in der Nachkriegszeit provisorisch nur mit Backsteine zugemauert worden waren.

Im Inneren des dreistöckigen Gebäudes wurden bereits neue Holzdecken eingezogen. „Wir haben dabei versucht, so viele alte Balken zu erhalten wie möglich“, sagt Glinicke. Ebenfalls erhalten werden soll das barocke Treppenhaus.

Das Prunkstück des Industriebaus aus dem Jahr 1679 liegt noch im Dornröschenschlaf: Die 14 Meter hohe Esse, sprich die Feuerstelle, die mit ihrem gemauerten Abzug bis ins oberste Stockwerk reicht, soll noch saniert werden.

Für Öffentlichkeit öffnen

„Ich möchte dort Guckfenster einbauen, sodass man aus den oberen Stockwerken nach unten in die Esse schauen kann“, berichtet Glinicke. Aber der Autohändler hat noch mehr große Pläne: So will er einen Laser auf dem Dach des Gießereiflügels installieren, der an bestimmten Tagen zum Herkules strahlen soll. „So will ich die Verbindung zwischen Herkulesfigur und seiner Wiege deutlich machen“, sagt Glinicke.

Überhaupt ist es das Anliegen des Geschäftsmannes, die Industrieanlage, die zu den ältesten Hessens gehört, für die Bevölkerung zu öffnen. So will er die historischen Mauern nicht nur für die Präsentation von Oldtimern nutzen, sondern dort auch kulturelle Veranstaltungen organisieren. Auch Gastronomie ist geplant.

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