Michael Roth geht als Spitzenkandidat für Hessen-SPD ins Rennen

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Michael Roth ist nicht nur Staatsminister im Auswärtigen Amt: Der 46-Jährige wurde zum Spitzenkandidaten der SPD in Hessen gewählt. Der Landesparteitag fand am Samstag in Kassel statt. Roth stammt aus Heringen im Kreis Hersfeld Rotenburg.

Kassel/Heringen. Michael Roth führt die Hessen-SPD in den Bundestagswahlkampf. Der 46-Jährige aus dem Wahlkreis Werra-Meißner/Hersfeld-Rotenburg wurde in Kassel zum Spitzenkandidat gewählt.

Der Staatsminister im Auswärtigen Amt bekam am Samstag 287 von 301 gültigen Stimmen auf dem Landesparteitag, das entspricht 95,4 Prozent.

Als "Partei der guten Laune" bezeichnete SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel die Sozialdemokraten. Das liegt auch an den gut 1600 Parteieintritten seit Januar 2017 in Hessen und spiegelt sich auf der Landesliste: Die restlichen 48 Listenplätze wurden ohne Kampfkandidatur beschlossen. 

Auf Platz zwei und drei stehen Christine Lambrecht (Wahlkreis Bergstraße) mit 305 und Sascha Raabe (Hanau) mit 303 Stimmen. Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries trat nicht mehr an. Bisher hat die hessische SPD 16 Bundestagsabgeordnete. Die Bundestagswahl 2017 findet am 24. September statt.

Schäfer-Gümbel kündigte an, nicht nur Eltern bei den Kita-Kosten entlasten zu wollen. Auch die Kommunen in Hessen sollten weniger zahlen, das dagegen Land mehr. Dies sei der erste Baustein eines neuen Hessenplans mit dem Ziel vergleichbarer Lebensverhältnisse in Städten und auf dem Land. "Die Schaffung bezahlbaren Wohnraums ist die Frage des nächsten Jahrzehnts", sagte der Hessen-SPD-Chef.

Auch in Kassel wurde kürzlich der neue Koalitionsvertrag vorgestellt. In der Stadt soll neben der Senkung der Parkgebühren unter anderem auch mehr bezahlbarer Wohnraum entstehen. Am 8. Mai 2017 steht die Unterzeichnung im Kasseler Rathaus an.

Schäfer-Gümbel kritisiert Landesregierung

Schäfer-Gümbel kritisierte auch die schwarz-grüne Landesregierung: Dass sie den Billigflieger Ryanair am Frankfurter Flughafen zugelassen habe, sei "eine Vernichtung sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze und ein Verzocken von Geld des Steuerzahlers". Mit Blick auf die Bundespolitik forderte er ein schärferes Vorgehen gegen Steuerhinterzieher und sprach sich gegen ein Wettrüsten in Europa aus.

"Europa muss mehr Verantwortung übernehmen, aber nicht durch Aufrüstung", sagte auch der neue Spitzenkandidat Roth, der 1970 in Heringen (Kreis Hersfeld-Rotenburg) geboren wurde. Darum werde es bei der Bundestagswahl im Herbst gehen: "Das Soziale soll gegen die Sicherheitspolitik ausgespielt werden", warf er der CDU vor. Roth, der schon seit 1998 Mitglied des Bundestages ist, sprach sich außerdem für ein differenziertes Verhältnis zur Türkei aus: "Die ist Lichtjahre von einer EU-Mitgliedschaft entfernt, aber wir dürfen Staaten nicht mit Regierungen gleichsetzen." Und er kündigte an: "Griechenland aus der Eurozone zu werfen, ist mit der SPD nicht zu machen." (dpa)

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