Vergleich hessischer Städte

Trotz Anstieg von etwa zehn Prozent: Miete im Vergleich niedrig

Durchschnittliche Quadratmeterpreise hessischer Städte in Euro.

Kassel. Die positive wirtschaftliche Entwicklung der Region und den Zulauf der Uni Kassel bekommen viele Mieter in Kassel zu spüren.

Kostete eine neu angemietete, normal ausgestattete Neubauwohnung (ab Baujahr 1949) im Jahr 2009 durchschnittlich noch 4,40 Euro pro Quadratmeter, waren es 2012 schon 5,50 Euro. Trotz dieser Preissteigerung liegt der durchschnittliche Mietpreis aber noch unterhalb des Niveaus anderer hessischer Städte.

Alexander Alter, Vorstandsvorsitzender der hessisch-thüringischen Sektion des Immobilienverbandes Deutschland (IVD), spricht davon, dass der Kasseler Mietmarkt durch die Uni und die positive Arbeitsplatzentwicklung enger geworden sei. Dennoch sei das Preisniveau im hessenweiten Vergleich nach wie vor „super“.

Alexander Alter

Aus Zahlen des IVD geht hervor, dass die Mieten in mittel- und südhessischen Städten zwischen 20 und 82 Prozent höher sind als in der nordhessischen Großstadt. Auch in Mittel- und Südhessen hätten die Mietpreissteigerungen zuletzt zwischen acht und zwölf Prozent gelegen, sagt Alter. Insofern sei die Kasseler Entwicklung nicht untypisch. Allerdings, so fordert Alter, müssten in Kassel wegen der steigenden Nachfrage dringend kleine Wohnungen (Ein- bis Zwei-Zimmer-Apartments) geschaffen werden.

Auch Eigentum wurde teurer

Was für die Mieten gilt, spiegelt sich auch in den Preisen für Eigentumswohnungen und Häuser wider. So kostet eine Eigentumswohnung mit mittlerem Wohnwert in Kassel durchschnittlich 850 Euro pro Quadratmeter. In Marburg und Darmstadt müssen Käufer für eine Wohnung mit den gleichen Merkmalen 1450 Euro pro Quadratmeter bezahlen. Bei einem Erstbezug einer Neubauwohnung liegt der Preis fast doppelt so hoch.

Karl-Heinz Schwabe

Karl-Heinz Schwabe, Geschäftsführer des Kasseler Mieterbundes, hält die Analysen des IVD im Grundsatz für richtig: „Es ist richtig, dass die Mietpreise in Süd- und Mittelhessen höher sind als in Nordhessen.“ Allerdings, so Schwabe, seien dort auch die Einkommen im Durchschnitt höher.

Aus Sicht des Mieterbundes ist es erfreulich, dass es in Kassel „viele vernünftige Vermieter“ gebe, die bei der Kalkulation ihrer Mietpreise auch den Anstieg der Nebenkosten im Auge behielten. Wenn sie dies nicht täten und überhöhte Mietpreise verlangten, da ist sich Schwabe sicher, hätten sie Probleme bei der Vermietung.

Auch Schwabe sieht in Kassel einen großen Bedarf an kleinen Wohnungen von 50 bis 60 Quadratmetern, der nicht gedeckt werden könne. Deshalb hätten auch Personen, die in Hartz IV gerutscht sein, Probleme bei der Suche.

Von Bastian Ludwig

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