Verlängerung der Aktion

Mieter bekommen Wassergeld zurück: Erstattung soll verlängert werden

Kassel. Die Klements aus Bettenhausen sind eine der ersten Familien, die zuviel gezahltes Wassergeld vom Mieterbund Nordhessen zurückbekommen.

Birgit Klement nahm einen Scheck über 339,20 Euro entgegen.

Die Wassergeld-Rückzahlungsaktion für ehemalige Vivacon-Mieter will der Mieterbund verlängern. Bisher gebe es 510 Antragsteller, sagt Mieterbund-Geschäftsführer Folker Gebel.

Eigentlich konnten Anträge auf Erstattung von Wassergeld für die heutigen Buwog-Mieter nur bis Ende August 2017 vorgelegt werden. „Aufgrund der großen Nachfrage haben wir uns aber entschlossen, die Aktion bis zum 30. September 2017 zu verlängern und Anträge auf Erstattung bis zu diesem Zeitpunkt für Mitglieder des Mieterbundes, aber auch für Nichtmitglieder, entgegenzunehmen“, erklärt Rechtsanwalt Gebel.

Wassergeld zurückbekommen: Birgit Klement hat einen Scheck erhalten. 

Mit den Auszahlungen der Rückerstattungsbeträge sei bereits begonnen worden. Bis Ende dieses Jahres will der Mieterbund alle Anträge bearbeitet haben. Für die Mieter gibt es Beträge von rund 50 Euro bis über 300 Euro zurück.

Ohne Mieterbund wären Betroffene leer ausgegangen

„Wir freuen uns sehr über die Erstattung“, sagt Birgit Klement. Sie sei dankbar, dass der Mieterbund Nordhessen diese Aufgabe übernommen habe. Ihrer Familie sei bewusst, „dass wir ohne den Einsatz des Mieterbundes vollständig leer ausgegangen wären, da sich ansonsten ja offenbar niemand gefunden hat, die Abrechnungen zu fertigen und die Erstattungen vorzunehmen“.

Rund 80 Prozent der bisher vorliegenden 510 Anträge könnten konkret abgerechnet werden, „weil die Mieter die Abrechnungsunterlagen vollständig vorgelegt haben“, berichtet Gebel. Die übrigen Anträge würden pauschal abgerechnet. Die Mieter erhalten dann Beträge, die sich nach Durchschnittsverbrauch und der Personenzahl im Haushalt richten.

Warum gibt es die Rückzahlung?

Die hessische Landeskartellbehörde und die Städtische Werken AG Kassel hatten im Streit um zu hohe Wasserpreise den Vergleich geschlossen, Wasserkunden für die Zeit von Anfang 2008 bis Ende März 2012 20 Prozent des in diesem Zeitraum gezahlten Wassergeldes zu erstatten. Weil es das damalige Wohnungsunternehmen Vivacon nicht mehr gibt und die aktuelle Eigentümerin der Wohnungen, die Buwog AG, sich außerstande sah, die Abrechnungen vorzunehmen, hatten die Städtischen Werke den Mieterbund gebeten, die Rückerstattung im Rahmen eines Treuhandvertrages durchzuführen.

Etwa 1500 ehemalige Mieter der Vivacon AG haben Anspruch auf die Rückzahlung von insgesamt 165.000 Euro zuviel gezahltem Wassergeld. Heute gehören die 1200 betroffenen Wohnungen in den Stadtteilen Waldau, Oberzwehren und Bettenhausen der Buwog AG.

Sie haben noch Fragen oder sind selbst betroffen? Dann hilft Ihnen das Info-Telefon des Mieterbundes für die Wassergeld-Rückerstattung: 0561/81642627.

Rubriklistenbild: © pixabay.com

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