Amtsgericht: Strafbefehl beendete vorerst langwieriges Verfahren gegen 78-Jährigen

Milde Strafe für betrügerischen Rentner

Kassel. In Abwesenheit und nach einem Prozess, der nur wenige Minuten dauerte, kassierte ein 78-Jähriger vor dem Amtsgericht eine Bewährungsstrafe - per Strafbefehl. Bereits im Jahre 2009 hatte es einen ersten Prozesstermin gegeben.

„Seitdem versuche ich händeringend zu verhandeln“, klagte Richterin Focke. Immer wieder war der Angeklagte nicht erschienen, sodass ein neuer Termin angesetzt werden musste. Auch jetzt fehlte er. Es hieß, er liege im Krankenhaus.

Angeklagt war der Kasseler wegen Betrugs und Diebstahl. Er soll 2007 und 2008 zwei Damen, die damals 73 und 72 Jahre alt waren, um Geld gebeten haben, mit dem Versprechen, es wieder zurückzahlen zu wollen. Vertrauensselig gaben ihm die Frauen laut Anklage 9500 beziehungsweise 2200 Euro, sie sahen jedoch nicht einen Euro wieder.

2008 soll der 78-Jährige in einem Autohaus einen Wagen gemietet, die Raten dann jedoch nicht gezahlt haben. Dem Autovermieter sollen dadurch rund 3600 Euro durch die Lappen gegangen sein. Vergleichsweise gering fiel dagegen der Schaden in einem Kasseler Supermarkt aus, wo der Angeklagte nach den Angaben der Staatsanwaltschaft zwei Packungen Kaffee mitgehen ließ.

Der Strafbefehl vom Dienstag lautet auf zwölf Monate, die zu viereinhalb Jahren auf Bewährung ausgesetzt werden. Akzeptiert der Angeklagte dies, ist die Sache erledigt, legt er Widerspruch ein, muss sich das Gericht erneut damit befassen. (pas)

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