Historiker thematisiert „Kassel als Garnison“

Das Militär prägte Kassel

Jubiläumsdruck: Zum Stadtjubiläum 1000 Jahre Kassel, 1913, wurde eine Postkarte gedruckt, die an die Garnisonsstadt Kassel erinnert. Sie zeigt unter anderem Husaren in ihrer blau-weißen Uniform. Fotos: nh

Kassel. Soldaten und Kasernen prägten in der Vergangenheit das Bild der Stadt. „Kassel war über Jahrhunderte, seit dem Dreißigjährigen Krieg zu Beginn des 17. Jahrhunderts, ein bedeutender Garnisonsstandort“, sagt Hobbyhistoriker Heinz Körner.

„Um 1900 war es sogar der drittgrößte in Deutschland.“ Kassels zentrale Lage sei militärisch stets attraktiv gewesen. 1631 wurde in Kassel das erste stehende Heer installiert. „Seitdem war Militär ein fester und respektierter Bestandteil der Kasseler Gesellschaft“, sagt Körner. „Die hier ausgebildeten Soldaten haben einen guten Ruf weit über die Region hinaus gehabt.“ Bis zur unrühmlichen Wende, dass sie von Kassel aus verliehen wurden und mit ihnen lukrative Geschäfte betrieben wurden, beispielsweise während des Unabhängigkeitskriegs (1775 - 1783) in den USA.

Soldaten in der Innenstadt: Das Foto zeigt den Reitplatz der Garde-du-Corps-Kaserne, die heute nicht mehr existiert und die ihre Adresse an der heutigen Garde-du-Corps-Straße hatte.

Kasernengebäude aus Jahrhunderten sind noch immer im Stadtbild präsent. Beispielsweise in der Südstadt, wo es die Kaserne des 1. Ober-Elsässischen Infanterie-Regiments, besser bekannt als Jägerkaserne, gibt. Nicht weit davon entfernt, an der Frankfurter Straße, stand die mächtige, Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Husarenkaserne. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. An ihrer Stelle steht heute das Versorgungsamt.

Feldpostkarte von 1914: Die Abbildung zeigt das Artillerie-Regiment. Es war von Thüringen nach Kassel gekommen und hieß später Versorgungsbataillon 42 a. Der Volksmund bezeichnete die Soldaten als „Die Blauen aus Zwehren“. Fotos: nh

Grund genug für Körner, das Thema für die 1100-Jahr-Feier Kassels einem breiten Publikum nahezubringen. Für die Zeit vom 18. bis 24. April lädt er deshalb unter dem Titel „Kassel als Garnison - Stadterweiterung und Stadtentwicklung“ mit einem Paket an Veranstaltungen zur Spurensuche ein. Von 10 bis 18 Uhr gibt es zu einer Ausstellung täglich Vorträge und Filme. Thematisiert werden die „Bomben über Kassel“ ebenso wie das Kapitel „Bundesgrenzschutz und die belgischen Soldaten beleben die Garnison nach dem Zweiten Weltkrieg“, Wehrtechnik aus Kassel bis hin zur neuesten Entwicklung, der Umwandlung des Kreiswehrersatzamts an der Ludwig-Mond-Straße in das Karriercenter der Bundeswehr. Gab es zeitweise mehrere Tausend Soldaten in Kassel, so ist ihre Präsenz heute auf etwas über 500, hauptsächlich Schüler der Bundeswehr-Fachschule und Mitglieder des Heeresmusikkorps, geschrumpft.

Wer zu diesem Thema Berichte und Informationen beitragen möchte, kann sich an Heinz Körner wenden: Tel. 49 30 01. Mehr zu Kassels 1100-Jahr-Feier im Internet: www.hna.de/kassel1100

Von Christina Hein

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