Sie machen Kassel bekannt und cool

Milky Chance in Kassel: Darum sind wir so stolz auf das Pop-Duo

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Hält, was es verspricht: Das Popduo Milky Chance mit Clemens Rehbein (2. von rechts) und Philipp Dausch (rechts) wollen junge Musiker aus Kassel, unser Bild zeigt Lara Pfeiffer und Manuel Pelecchia bei der Probe in der Levi’s Music School, unterstützen. 

Milky Chance werden auf der ganzen Welt gefeiert. Am Freitag tritt das Kasseler Pop-Duo endlich wieder in seiner Heimatstadt auf. Warum Kassel so stolz ist auf Clemens Rehbein und Philipp Dausch.

Am Freitag stehen sie endlich wieder auf der Bühne in Kassel. Kurz vor ihrer „Blossom“-Tour durch Amerika und Kanada, die sie unter anderem nach Boston, Memphis und Orlando führen wird, treten Milky Chance in ihrer Heimatstadt auf. Mit dabei sind musikalische Freunde wie der melancholische Singer/Songwriter Fil Bo Riva, die Kasseler Indierock-Band Who Killed The Lynx und junge Musiker der Levi’s Music School Kassel.

Die Freude über das Heimspiel in Kassel ist riesig, das zeigt allein schon, dass das Konzert an der Messe seit Wochen ausverkauft ist. Überhaupt sind Milky Chance seit ihrem Welthit „Stolen Dance“ zumindest für die meisten Kasseler so etwas die wie beste Band der Welt. Fünf Gründe, warum wir stolz auf Milky Chance sind:

Sie fördern Talente

Im Herbst waren Milky Chance bei der Eröffnung der Levi’s Music School in der ehemaligen Tofufabrik in der Wolfhager Straße dabei. Mehr als nur ein Gastspiel: Sie wollen junge Musiker aus ihrer Heimatstadt fördern. Dass das für Clemens Rehbein, Philipp Dausch und ihre Bandkollegen Antonio Greger (Mundharmonika/Gitarre) und Sebastian Schmidt (Schlagzeug) nicht nur eine Worthülse ist, steht fest.

Einige der Schüler durften vor einem Konzert in der Frankfurter Festhalle auf der großen Bühne mit den Superstars jammen. Und Freitag beim Konzert in Kassel werden sie vor tausenden Zuschauern auftreten. „Sie werden eines ihrer ersten Konzerte spielen, vor 8000 Menschen. Das wird ein großes Ding für sie“, so Rehbein und Dausch auf Facebook.

Sie leben ein Märchen: Aus der Schülerband wurden Superstars. Philipp Dausch und Clemens Rehbein von Milky Chance. 

Sie spornen Musiker an

Dass die Musikszene der Stadt einiges zu bieten hat, dürfte spätestens nach der „Kulturellen Vielfalt“ im Theaterstübchen und dem tollen Tented-Love-Festival im Kulturzelt vor ein paar Wochen auch den letzten Zweiflern klar geworden sein.

Dabei sind Paulina Eisenberg, Mohr, Ma Fleur und Mykket Morton längst nicht die einzigen Musiker, die in den vergangenen Jahren – in den unterschiedlichsten Stilrichtungen – von sich haben hören lassen. Eine neue Entdeckung ist das tolle Duo Fye & Fennek mit seinem atmosphärischen Synthie-Pop.

Die pulsierende Musiklandschaft in der Stadt sei auch Milky Chance zu verdanken, sagten Paulina Eisenberg und Co. im Gespräch mit unserer Zeitung vorm Tented-Love-Festival. Der Erfolg des 2012 an der Jacob-Grimm-Schule als Schülerband gegründeten Duos motiviere, setze Kreativität frei und sorge für Selbstbewusstsein „Made in Kassel“.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

Sie machen Kassel berühmt

Okay, wir geben es zu: Die Punkband Bates hat Kassel bereits in den 90er-Jahren auf der Pop-Landkarte bekannt gemacht. Aber die Gruppe um den 2006 gestorbenen Sänger Markus Zimmer alias Zimbl stammte aus Eschwege und ließ es auch in Sachen Alkohol und Drogen ordentlich krachen. Da ist es gut und beruhigend, dass nicht nur die Musik von Milky Chance deutlich braver ist.

Und: Überall, wo Milky Chance auftreten, wissen die Menschen, dass vor ihnen eine Band aus Kassel spielt. So bekommt die Stadt gleich noch ein Stückchen vom Ruhm der Popstars mit ab.

Sie machen die Stadt cool

Bislang war Kassel in der Welt vor allem wegen der documenta bekannt, aber mal ehrlich: Viele Menschen außerhalb der Kunstszene kennen die Ausstellung gar nicht. Sagt man aber zum Beispiel jungen Musik-Fans in Boston, dass man aus Kassel kommt, staunen sie: „Wow, aus der Heimatstadt von Milky Chance.“ An die alle fünf Jahre stattfindende Weltkunstausstellung denken sie jedenfalls nicht zuerst.

Von der Band Kraftklub aus Chemnitz stammt das zu einem Hit gewordene Bekenntnis, dass die Musiker niemals nach Berlin ziehen würden, was ja fast alle jungen Kreativen machen (und diejenigen, die sich für solche halten).

Es ist nicht ausgeschlossen, dass Milky Chance Nordhessen irgendwann einmal verlassen werden. Doch bis dahin kann man Rehbein und Dausch jedoch überall in der Stadt treffen – nachts beim Feiern im Club A.R.M., abends beim Kicken in der Goethe-Anlage oder morgens im Drogeriemarkt im Vorderen Westen. Man fühlt sich etwas wie in Berlin-Mitte, wo ja auch ständig Promis rumlaufen. Aber Milky Chance beweisen: Manchmal ist die Provinz sogar cooler als die Hauptstadt.

see you tonight @gurtenfestival_official #milkychance

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Sie geben Friseuren zu tun

Eine der meistgestellten Fragen, die der junge Clemens Rehbein nach seinem ersten Hit „Stolen Dance“ beantworten musste, lautete: „Wie kriegst du eigentlich deine Struwwelpeter-Frisur jeden Morgen hin?“ Damals war er frisch gebackener Abiturient und sah aus, als würde er jeden Morgen in die Steckdose fassen.

Der Sound von Milky Chance, den viele kopiert haben, hat sich seitdem kaum verändert, die Frisuren des Frontmanns aber schon. Zwischenzeitlich hätte Rehbein als Johnny-Depp-Doppelgänger durchgehen können. Manche verwechselten ihn auch schon mit dem Fußballnationalspieler Ilkay Gündogan.

Mittlerweile hat sich der 25-Jährige optisch schon wieder neu erfunden: Er hat seine Haare nun blond gefärbt. Wer nun irgendeinen Blondinenwitz machen will, weil Milky Chance angeblich Mädchenmusik machen, hat Kassels Pop-Wunder immer noch nicht verstanden.

Eine Multimedia-Reportage über die Band Milky Chance finden Sie hier

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